Der schwierige Weg zur Wahrheit

von Redaktion

Prozess um entführte Block-Kinder dauert schon ein Jahr

Die angeklagte Christina Block (Mi.) mit ihren Verteidigern Ingo Bott und Paula Wlodarek. © Marcus Brandt/dpa

Hamburg – Wer hat den Auftrag zur Entführung der Kinder von der Unternehmerin Christina Block gegeben? Die Mutter selbst, der Anwalt der Familie, eine ganz andere Person oder handelten die Täter gar auf eigene Faust? Seit einem Jahr versucht das Landgericht Hamburg, die Ereignisse in der Silvesternacht 2023/24 in Dänemark juristisch aufzuarbeiten.

63 Prozesstage sind vergangen. Dutzende Zeugen wurden befragt. Verteidiger und Nebenklage stellten unzählige Anträge. Sechs der sieben Angeklagten weisen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Der Vorwurf der Lüge wurde von unterschiedlichen Seiten schon mehrmals erhoben. Weiterhin ist unklar: Wer sagt die Wahrheit?

Nach mehr als zwei Wochen Pause soll der Prozess Ende Juli mit der Befragung der forensisch-jugendpsychiatrischen Sachverständigen fortgesetzt werden. Das Gutachten will klären, wie stark die Folgen der Entführung für die seelische Entwicklung der Kinder sind. Insgesamt hat die Kammer rund 100 Prozesstage bis Jahresende angesetzt.

Christina Block (53), der Anwalt der Familie, Andreas Costard (64), und ein 36-jähriger Israeli sind die Hauptangeklagten. Block und Costard sollen einer Sicherheitsfirma aus Israel den Auftrag zur Entführung der Kinder vom dänischen Wohnort des Vaters erteilt haben. Alle Angeklagten bestreiten, etwas Unrechtes getan zu haben – bis auf den Israeli, der glaubte, als Held an einer Rettungsaktion teilzunehmen.

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