So prächtig grün war es bislang entlang der Loire, hier in Cheffes. © Damien Meyer/AFP
Über das trockene Flussbett der Loire führt diese Brücke bei Loireauxence. © Meyer/AFP
Loireauxence – Das Tal der Loire gilt eigentlich als der „Garten Frankreichs“. An den Ufern des längsten Flusses in Frankreich liegen zahllose, prächtige Schlösser zwischen grünen Weinbergen. Doch jetzt liefert die Loire angesichts der beispiellosen Hitzewelle erschreckende Bilder: An vielen Stellen ist der Fluss, der sonst durch die herrliche Landschaft mäandert, trockengefallen.
In der Region Maine-le-Loire sind von dem Fluss nur wenige Pfützen übrig geblieben, Brücken führen über das ausgetrocknete Flussbett. Seit Wochen leidet das Land unter den quälend hohen Temperaturen. Die französische Gesundheitsbehörde Santé publique France hat Zahlen veröffentlicht, nach denen wegen der Hitze bereits rund 1000 Menschen gestorben sind.
Aufgrund der derzeitigen Hitzewelle haben beliebte Touristenattraktionen in Paris ihre Öffnungszeiten gekürzt. Statt um Mitternacht schloss der Eiffelturm am Wochenende wetterbedingt schon um 16 Uhr, teilte der Betreiber auf seiner Website mit. Auch die Museen schlossen früher. In der französischen Hauptstadt herrschten am Samstag Temperaturen von um die 35 Grad.
Zu Beginn der Sommerferien galt in 24 Départements im Zentrum und Westen des Landes und damit in gut einem Viertel des Landes die höchste Hitze-Warnstufe Rot. Der Wetterdienst Météo-France rief wegen der dortigen drückenden Hitze zu „absoluter Wachsamkeit“ auf. Für 59 Départements wurde immerhin die zweithöchste Hitze-Warnstufe Orange ausgerufen. Wegen der Sommerferien und des französischen Nationalfeiertags am Dienstag sind derzeit sehr viele Menschen im Land unterwegs. Während der heißesten Stunden des Tages werde jede dritte Intercity-Verbindung gestrichen.
Nicht nur Frankreich stöhnt über die Hitze. Die Folgen der extremen Temperaturen machen auch Spanien zu schaffen. Zahlreiche Einsatzkräfte kämpfen weiter gegen den bisher tödlichsten Waldbrand des 21. Jahrhunderts in Andalusien. Die Lage in der Provinz Almería entwickelte sich zuletzt jedoch günstig. Eine höhere Luftfeuchtigkeit und schwächere Winde erleichterten nach Angaben der Einsatzkräfte die Löscharbeiten.
Der verheerende Brand im Süden Spaniens forderte mindestens zwölf Todesopfer. Außerdem zerstörte er bereits 6600 Hektar Wald- und Buschfläche. Die Suche nach möglichen weiteren Opfern ging derweil weiter. Offiziell werden acht Menschen vermisst. Die Behörden sprechen aber weiterhin von 23 Menschen, die von Angehörigen als nicht auffindbar gemeldet worden seien.