Umgeworfene Roller sind ein Ärgernis. © Pfeiffer-Goldmann
E-Scooter-Fahrer sind teilweise rasant in den Städten unterwegs. © Christian Charisius/dpa
Berlin – Sie sind bequem, stehen überall einsatzbereit auf den Straßen und locken zur schnellen Fahrt durch die Stadt: Die E-Scooter. Doch sind sie nicht nur für Fußgänger oft ein Ärgernis – sie sind auch überaus gefährlich, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Die Zahl der E-Scooterunfälle in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen. 2025 registrierte die Polizei fast 16.500 solcher Unfälle und damit 38,1 Prozent mehr als im Jahr 2024, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 38 Menschen starben bei Unfällen mit Beteiligung eines E-Scooter, elf mehr als im Jahr davor. Dazu kamen 1895 Schwer- und 16.184 Leichtverletzte.
Die Statistiker werteten auch aus, ob die Verunglückten den E-Scooter fuhren, Mitfahrer oder aber von den Unfällen betroffene Fußgänger, Fahrradfahrer oder Autofahrer waren. Mit 14.936 Verunglückten oder einem Anteil von 82,4 Prozent war der größte Teil E-Scooterfahrer, darunter auch 32 der 38 Todesopfer. Mitfahrer auf einem E-Scooter machten 822 Verunglückte aus, was einem Anteil von 5,5 Prozent entspricht – in einem Fall wurde ein Mitfahrer Todesopfer. E-Scooter sind nur für einen Fahrer oder eine Fahrerin zugelassen, immer wieder nutzen aber verbotenerweise zwei oder mehr Menschen die Fahrzeuge.
Bei den fünf nach der Statistik verbleibenden tödlich Verunglückten handelte es sich um drei Fußgänger, einen Fahrradfahrer und einen Autofahrer. In E-Scooterunfälle sind laut Statistik besonders häufig junge Menschen verwickelt, 53,6 Prozent der Betroffenen waren jünger als 25 Jahre, 83,7 Prozent jünger als 45 Jahre.
Als Unfallursachen registrierte die Polizei verschiedene Fehlverhalten. Das häufigste sei mit einem Anteil von 21,6 Prozent die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege gewesen – das Befahren der Gehwege ist verboten. Ein Anteil von knapp elf Prozent der Unfallbeteiligten stand unter Alkoholeinfluss, womit dieser Anteil höher war als etwa bei den 2025 verunglückten Fahrradfahrern, von denen 7,7 Prozent alkoholisiert unterwegs waren. Nicht angepasste Geschwindigkeit war mit einem Anteil von 8,4 Prozent das dritthäufigste Fehlverhalten. Danach folgten mit 7,5 Prozent Fehler beim Abbiegen und Wenden.
Die „Regeln der Straßenverkehrsordnung müssen konsequent durchgesetzt werden“, sagt Robin Zalwert vom TÜV-Verband. „Dass der Gesetzgeber höhere Bußgelder beschlossen hat, ist richtig. Jetzt kommt es darauf an, diese Regeln auch wirksam durchzusetzen.“ E-Scooter sollte fester Bestandteil der Verkehrserziehung werden. Und man müsse streng gegen illegales Tuning vorgehen.RAN/CFM