Ab September wird George das Elite-Internat Eton besuchen. © Matthews/pa
Das erste Bild: George mit Eltern beim Verlassen der St.-Mary‘s-Klinik. © Lipinski/dpa
Prinz George ganz cool vor zehn Tagen beim Tennisturnier in Wimbledon und al kleiner Bub (re.). © Shopland/dpa, Duchess Of Cambridge
London – Als er auf die Welt kam, standen hunderte Fotografen vor der Klinik, um das erste Foto des kleinen Prinzen zu ergattern. Heute wird Prinz George 13 Jahre alt. Ein Geburtstag, der für den ältesten Sohn von Prinz William und Prinzessin Kate schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das Erwachsenwerden bereithält: In ein paar Wochen wird der künftige König Eltern und Geschwistern den Rücken kehren und ans Eton College wechseln – eine der berühmtesten Schulen Großbritanniens.
Schon sein Vater William besuchte die Schule von 1995 bis 2000, auch sein Onkel Prinz Harry war dort Schüler. George tritt damit in eine familiäre Tradition ein – allerdings unter Bedingungen, die sich von denen seines Vaters deutlich unterscheiden. William wurde bereits mit acht Jahren auf ein Internat geschickt. George hingegen kommt von der Lambrook School in Berkshire, die er bislang gemeinsam mit seiner Schwester Charlotte und seinem jüngeren Bruder Louis besuchte.
Aber Eton ist eine Welt für sich. König Heinrich VI. gründete das College 1440. Heute lernen dort rund 1340 Jungen im Alter von 13 bis 18 Jahren. Sie leben in 25 Wohnhäusern, die den Mittelpunkt des Internatslebens bilden. Dort wohnen die Schüler, essen, lernen und werden von Hausleitern und Tutoren betreut. Eton beschreibt sich selbst als „24/7“-Gemeinschaft. Für George bedeutet das: deutlich mehr Selbstständigkeit – und deutlich weniger Alltag im Kreis seiner Familie. Wer auf der Elite-Schule angenommen werden will, muss ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Dazu gehören standardisierte Prüfungen in Englisch und Mathematik sowie Tests zum verbalen und nonverbalen Denken. Hinzu kommen ein Bericht der bisherigen Schule, ein persönliches Gespräch und weitere Prüfungen. Der Schulplatz wird zunächst unter Vorbehalt vergeben und muss später bestätigt werden. Angeblich soll es da für George keine Ausnahme gegeben haben.
Auch finanziell gehört Eton zur absoluten Spitze. Für das Schuljahr 2026/27 werden 21.891 Pfund pro Trimester fällig – also mehr als 65.000 Pfund (ca 76.000 Euro) für ein Schuljahr. Darin enthalten sind Unterricht, Unterkunft, Verpflegung und die meisten schulischen Aktivitäten. Zusätzliche Kosten können hinzukommen. Zugleich vergibt Eton umfangreiche finanzielle Unterstützung an Familien, die sich die Gebühren nicht leisten können.
Akademisch sind die Anforderungen hoch. 2025 wurden 85 Prozent der GCSE-Abschlüsse, der britischen Prüfungen am Ende der Sekundarstufe, mit den beiden besten Noten 8 oder 9 bewertet. Doch Eton setzt nicht nur auf Bücher und Prüfungen. Rund 90 Clubs und Gesellschaften, Sport, Musik, Theater und zahlreiche weitere Aktivitäten gehören zum Schulalltag. George wird also nicht nur lernen, wie man gute Noten schreibt – sondern auch, wie man sich in einer Institution bewegt, die seit Jahrhunderten britische Eliten prägt.
Für Vater William dürfte der Schulwechsel seines Sohnes besondere und nicht nur glückliche Erinnerungen wecken. Er selbst begann 1995 gemeinsam mit Harry seine Zeit in Eton. Damals war die Ehe seiner Eltern Charles und Diana bereits zerbrochen. Nur zwei Jahre später starb seine Mutter bei dem Autounfall in Paris.
Für George gilt: Die Familie bleibt in der Nähe. Eton liegt nur wenige Kilometer vom Zuhause der Wales’ in Windsor entfernt. George wird zwar Internatsschüler, muss aber nicht ans andere Ende des Landes ziehen. In Eton soll er nun zunächst möglichst einfach Schüler sein: mit Hausaufgaben, Prüfungen, Freunden, Sport und dem ganz normalen Stress eines fast normalen Teenagers.