Ausgebrannte Autos nach dem Feuer. © Plaucheur/AFP
Waldbrände in Europa.
Ein Paar beobachtet am Strand von Moutchic in Lacanau den Rauch der Feuer am Horizont. Die Flammen haben bereits 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. © Lamy/AFP
Bordeaux – Die schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs haben sich weiter ausgebreitet und den Großraum Bordeaux erreicht. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch im Südwesten Frankreichs mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand im Département Gironde hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört und rückt weiter an Bordeaux heran. Damit zählen die Brände in der Gegend zu den größten in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg. 1949 hatte ein Großbrand im Gebiet der Gascogne etwa 50.000 Hektar zerstört.
In der Nacht ordnete die Präfektur die vorsorgliche Evakuierung von 55.000 weiteren Menschen in mehreren Gemeinden westlich und südwestlich von Bordeaux an. Nach Angaben der Feuerwehr entwickelte der Brand zeitweise einen sogenannten Pyrocumulonimbus – eine gewaltige Rauchwolke, die ihre eigenen Winde erzeugen kann und Feuer besonders unberechenbar macht. Rund 140 Wohnhäuser wurden bereits zerstört.
Eine Evakuierung der Millionenmetropole Bordeaux steht nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit nicht bevor. Bürgermeister Thomas Cazenave sagte nach Angaben der Regionalzeitung „L‘Indépendant“, die Einwohnerinnen und Einwohner von Bordeaux bereiteten sich nicht auf eine Evakuierung vor. Zugleich betonte er, die Stadt sei darauf vorbereitet, auf jede mögliche Entwicklung zu reagieren.
Jérôme Steffe, Bürgermeister von Cestas südwestlich von Bordeaux, sagte dem Sender BFMTV, die Stadt sei „glücklicherweise menschenleer“. Es gebe allerdings einige Menschen, die ihr Haus nicht verlassen wollten.
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez warnte unterdessen vor einem langwierigen Einsatz. „Das Feuer wird lange zu bekämpfen sein“, sagte er in einem Interview mit „La Tribune Dimanche“.
Die Autobahn A63 zwischen der Großstadt Bordeaux und Spanien wurde laut der Präfektur wegen der Brände auf einer Länge von 60 Kilometern für den Autoverkehr gesperrt. Der Bahnverkehr in Gegenden südlich von Bordeaux wurde ausgesetzt, wie die Bahngesellschaft SNCF mitteilte.
Auch im südlich angrenzenden Département Landes kämpfen Einsatzkräfte gegen einen weiteren Großbrand. Dort hat das Feuer rund 3600 Hektar erfasst. Nach Angaben der Präfektur ist der Brand zwar besser unter Kontrolle, aber bisher nicht gelöscht. Besonders stark ist der Südwesten betroffen.