Der Wels hat in vielen Seen keine natürlichen Feinde. © Foulquié/epd
Sirmione – Er wird über zwei Meter lang, kann 500 Kilogramm schwer werden – und er hat in vielen Seen kaum natürliche Feinde: der Riesenwels. Das führte auch schon in deutschen Gewässern zu Problemen. Nun breitet sich der Wels auch im beliebtesten Urlaubssee der Deutschen rasant aus, dem Gardasee. Dort verdrängt er sogar heimische Fischarten. Die Region Venetien hat deshalb mit einem konkreten Förderprogramm eingegriffen: 100.000 Euro sollen helfen, den Riesenfisch in den Griff zu bekommen.
Das Geld fließt nach Angaben der Regionalregierung an Fischereibetriebe aus der Provinz Verona, deren Inhaber oder Gesellschafter im offiziellen Register der Berufsfischer am Gardasee eingetragen seien.
Die Region verfolge dabei eine zweigleisige Strategie: ökologische Entlastung und wirtschaftliche Nutzung. Einerseits wolle man die Auswirkungen einer invasiven Art auf den Fischbestand des Gardasees reduzieren, andererseits neue Marktchancen für die Unternehmen schaffen. Denn der Wels gilt in Mitteleuropa als Speisefisch und lässt sich gut vermarkten – ein Umstand, den Venetien gezielt nutzen wolle. Der Wels beschädige mit seinem kräftigen Kiefer außerdem die Fischernetze und zwinge die ohnehin wenigen verbliebenen Berufsfischer am Gardasee zu teuren und häufigen Reparaturen.J. HANIGK