Menschheit lebt ab heute über ihre Verhältnisse

von Redaktion

Heute ist der Erdüberlastungstag. © Hirschberger/dpa

Berlin – Die Menschen haben bereits am Donnerstag die Rohstoffe aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Den sogenannten Erdüberlastungstag berechnet die Organisation Global Footprint Network jedes Jahr aufs Neue.

Ab diesem Datum lebt die Menschheit ökologisch betrachtet auf Pump: Sie beansprucht mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als rechnerisch zur Verfügung stehen, und stößt mehr Kohlendioxid (CO2) aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können.

Um den tatsächlichen Bedarf der Menschen zu decken, wären rechnerisch 1,73 Erden nötig. Wie die Naturschutzorganisation WWF erklärte, sind die Folgen der Übernutzung längst sichtbar, etwa durch Entwaldung, degradierte Böden, den Verlust biologischer Vielfalt und steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre.

Im vergangenen Jahr lag der Erdüberlastungstag auf dem 24. Juli. Die Verschiebung geht laut WWF überwiegend auf aktualisierte Daten zurück und nicht darauf, dass die Menschheit nachhaltiger lebt.

„Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften“, erklärte Björn Schulz, Experte für Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland.

Würden alle Menschen so konsumieren wie die Deutschen, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 10. Mai gewesen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert daher von der Bundesregierung einen raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine Abkehr von Öl, Gas und Kohle.

BUND-Vorsitzender Olaf Brandt betont: „Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen.“ Der Erdüberlastungstag müsse als Weckruf verstanden werden.

Seit Anfang der 1970er-Jahre, als der Erdüberlastungstag noch Ende Dezember lag, hat er sich im Kalender weit nach vorn verschoben. Allerdings lässt sich beobachten: Die Sprünge werden kleiner. Die Tage lagen in den vergangenen 20 Jahren alle in einem Bereich von viereinhalb Wochen.

Das Global Footprint Network hat analysiert, welche Maßnahmen den Stichtag nach hinten verschieben könnten. Der mit Abstand größte Faktor sind CO2-Emissionen (60 Prozent). Hier sind einige Beispiele:

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