Südeuropa kämpft mit dem Feuer

von Redaktion

Der kleine Touristenort Agios Pavlos an Kretas Südküste ist großteils abgebrannt. © Will Vasilopoulos/AFP

Bordeaux/Madrid/Athen/Antalya – Während sich die Lage nach den verheerenden Waldbränden in Frankreich und Spanien langsam normalisiert, kämpfen Feuerwehrkräfte auf Kreta und in der Türkei weiter gegen die Flammen. Orkanartiger Wind erschwerte dabei auf der griechischen Ferieninsel den Einsatz gegen die Feuer.

„Die Situation rund um Rethymno hat sich verbessert“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitag. Der Brand sei jedoch „noch nicht unter Kontrolle, es gibt immer noch viele Brandherde“. Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes haben die Flammen am Mittwoch und Donnerstag nahe des Touristenortes insgesamt 4500 Hektar Land verwüstet. Besonders groß waren die Schäden demnach rund um den Küstenort Agia Galini, aus dem am Mittwochabend rund 8000 Urlauber geholt worden waren. Die meisten von ihnen konnten mittlerweile wieder in ihre Hotels zurückkehren. Die Insel trauert zudem um zwei Feuerwehrleute, die beim Einsatz verbrannten.

Zwei weitere große Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Griechenland ebenfalls in Atem. Besonders kritisch ist die Lage rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Dort breiten sich die Flammen nach Behördenangaben auf einer kilometerlangen Front aus. Örtlichen Medien zufolge mussten im Gebiet Agios Wasileios hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden, nachdem sie von den Flammen eingeschlossen worden waren. Ein weiterer größerer Brand wütet auf der Halbinsel Peloponnes nahe Porto Heli. Auch dort wurden zahlreiche Dörfer vorsorglich evakuiert.

In Spanien sind die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben. An der französischen Atlantikküste stabilisierte sich die Lage nach Angaben der Präfektur in Bordeaux, obwohl die Feuerwehr weiterhin Brandherde auf der 42.000 Hektar großen Brandfläche bekämpfte.

Angesichts der zerstörerischen Brände mahnten die Vereinten Nationen (UN) mehr Klimaschutz und eine rasche Reduzierung der Treibhausgasemissionen an. „Dieser Sommer ist eine tragische Mahnung: Kein Land, wie wohlhabend es auch sein mag, ist immun gegen die Klimakrise“, sagte Mirey Atallah, die beim UN-Umweltprogramm für Klimaanpassung und Resilienz zuständig ist.AFP/DPA

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