Churros con Chocolate in Madrid. © Wessels/dpa
Britisch: Wurst, Schinken, Bohnen und Ei. © Parra/dpa
Eine scharfe Thai-Suppe mit Fisch. © Frentzen/dpa
Dolce Vita in bella Italia: Ein süßes italienisches Frühstück mit dem Sahnegebäck Maritozzo und einem Cappuccino. © Sator/dpa
Bangkok – Wer im Urlaub nur abends die lokale Küche probiert, verpasst oft das Spannendste. Denn schon zum Frühstück unterscheiden sich Essgewohnheiten rund um die Welt gewaltig: Die Bandbreite reicht von Nudelsuppe bis Dim Sum, von Churros bis Smashed Avo, also einer zerdrückten Avocado auf geröstetem Brot. Ob im Stehen an der Bar, auf einem Plastikhocker am Straßenrand oder im hippen Café – die erste Mahlzeit des Tages erzählt oft mehr über ein Land als jeder Reiseführer.
Thailand: Schon im ersten Morgenlicht steigen aus Garküchen von Bangkok bis Phuket dampfende Schwaden auf, Metallkellen klappern gegen Woks, und der Duft von Knoblauch, Koriander, gebratenem Fleisch und frisch gekochtem Reis liegt in der Luft. Büroangestellte im Anzug, Mönche in safranfarbenen Roben und Schulkinder holen sich ihr Frühstück an Straßenständen: eine Schüssel Reisbrei (Jok), würzige Reisnudelsuppe (Kuai Tiao), marinierte Schweinespieße (Moo Ping) oder gebratener Reis mit Spiegelei gehören zu den Klassikern im Königreich.
Australien: Die „Aussies“ von Sydney bis Perth starten den Tag meist sportlich, mit Joggen oder Radfahren – und strömen anschließend in eines der unzähligen hippen Cafés. Auf den Tellern landen Smashed Avo mit pochierten Eiern und Feta-Käse oder Ricotta-Pfannkuchen mit Banane und Ahornsirup. Zum Essen gehört fast immer ein Flat White – jene australische Kaffeespezialität, die längst die Welt erobert hat. Mutige probieren zudem Vegemite: Der salzige Hefeaufstrich wird hauchdünn auf Toast gestrichen.
Italien: Ein schneller Espresso, dazu ein süßes Teilchen – und dann geht es auch schon weiter: In vielen Teilen Italiens fällt das Frühstück eher kurz aus. Viele frühstücken nicht einmal zu Hause, sondern in einer Caffèbar, oft sogar im Stehen. Grund: Am Tresen ist es in der Regel billiger als wenn man sich setzt. Je nach Region sieht der Start in den Tag aber ganz unterschiedlich aus. In Südtirol kommt eher Herzhaftes auf den Tisch.
Türkei: Von Istanbul bis Izmir drängen sich kleine Schälchen und Teller auf dem Frühstückstisch: Glänzende Oliven, cremiger Käse, Gurken, süßer Honig, Rahm und würzige Aufstriche lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Eier werden gern als Menemen serviert – einem Gericht mit Tomaten und grüner Paprika. Dazu werden frisches Weißbrot und der traditionelle Sesamkringel Simit gereicht. Als Heißgetränk lieben die Türken Schwarztee aus kleinen Gläsern.
China: In Peking steigt schon im Morgengrauen Dampf aus großen Metallkörben. Darin liegen Baozi, weiche gedämpfte Brötchen mit einer Füllung aus Fleisch, Gemüse oder Ei. Im Norden Chinas gehören sie ebenso zum Frühstück wie Youtiao, längliche frittierte Teigstangen, die in warme Sojamilch getunkt werden. Werktags muss es oft schnell gehen: Das Frühstück wird in einer kleinen Garküche gekauft und gleich dort oder unterwegs gegessen.
Peru: In Peru darf es am Morgen durchaus deftig zugehen. Ein Klassiker ist Pan con chicharrón: knusprig gebratenes Schweinefleisch kommt zusammen mit Süßkartoffeln und einer pikanten Zwiebel-Salsa in ein knuspriges Brötchen. Dazu gibt es häufig Kaffee oder Saft.
England: In England und anderen Teilen Großbritanniens riecht es in Pubs und Restaurants schon am Morgen eher nach deftigem Mittagessen. Das sogenannte Full English Breakfast ist alles andere als ein leichter Start in den Tag: Auf dem Teller landen typischerweise gebratener Speck, Würstchen und Eier (meist als Spiegelei), dazu Baked Beans in Tomatensoße sowie gegrillte Tomaten, Pilze und wahlweise Black Pudding, eine herzhafte Blutwurst. Dazu werden Toast oder in der Pfanne geröstetes Brot serviert – und natürlich kräftiger Schwarztee oder Kaffee.
Spanien: In Spanien begnügen sich am frühen Morgen viele mit einem Kaffee und einer Scheibe Toast oder Baguette, häufig mit gutem Olivenöl und geriebener frischer Tomate (Pan con tomate). Da das Mittagessen oft erst zwischen 14 und 15 Uhr eingenommen wird, legen die Spanier später am Vormittag noch eine zweite Frühstückspause ein. Dann stehen oft ein belegtes Baguette (Bocadillo), eine Tortilla oder Gebäck auf dem Speiseplan. Wer es süßer mag, greift zu Churros con Chocolate: Die knusprig frittierten Teigstangen werden in dickflüssige heiße Schokolade getunkt.