Tropischer Quallen-Alarm in Südeuropa. © imago stock
In Kanada wütet ein Riesenwaldbrand. © Dyck/dpa
Protest gegen Massentourismus: Tausend Menschen sind auf Mallorca erneut auf die Straße gegangen. © Borras/EPA
München – Sommer, Sonne, Entspannung? Wer gerade in seine Ferien startet, sollte aufpassen, dass sie nicht zum Albtraum-Urlaub werden. Quallen, wütende Einheimische und Waldbrände können nämlich dem heiß ersehnten Urlaub einen ordentlichen Strich durch die Rechnung machen – und das nicht nur in Europa.
Touristen am Gardasee mussten am vergangenen Wochenende am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, wenn der Urlaub eine gefährliche Wendung nimmt. Wegen eines großen Waldbrandes auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer sind rund 250 Menschen evakuiert worden. Vorsichtshalber mussten sich mehrere Dutzend Urlauber, die in einer Ferienanlage untergebracht waren, in Sicherheit bringen. Auch mehrere Ferienhäuser wurden geräumt.
Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers war am Freitagabend gegen 21 Uhr ausgebrochen. Nach Angaben der Feuerwehr verbreitete er sich rasant, begünstigt durch die Trockenheit der vergangenen Wochen und heftige Windböen. „Es hat richtig krass gebrannt. Wir wussten nicht, was wir machen sollen. Wir hatten auch keine Informationen“, sagte ein deutscher Tourist gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Mithilfe von Flugzeugen und Hubschraubern, die Wasser aus dem See holten, konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Am Sonntag wütete das Feuer zwar noch weiter, die Evakuierten konnten aber schon wieder zurück.
Italien leidet seit Wochen von Nord bis Süd unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad. Auch in mehreren anderen Regionen kam es zuletzt zu Waldbränden – allerdings nicht in dem Ausmaß wie in Frankreich, Spanien und Griechenland.
Auch in Kanada brach am Freitag ein riesiger Waldbrand aus. Das sogenannte BaldRange-Feuer wuchs wegen des starken Winds innerhalb kurzer Zeit auf rund 9500 Hektar an. Die westkanadische Provinz British Columbia rief den Notstand aus. Mehr als 20.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Besonders betroffen ist die Gemeinde Summerland mit rund 12.000 Einwohnern. Häuser fielen den Flammen zum Opfer, und Menschen mussten aus der Luft gerettet werden. Noch am Sonntag konnte das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht werden.
An der Atlantikküste in Nordspanien treibt unterdessen eine giftige Quallenart ihr Unwesen. Laut „Bild“ gab es in San Sebastián wegen der Portugiesischen Galeere 120 Verletzte an nur einem Tag. Berührungen mit den meterlangen Tentakeln sind sehr schmerzhaft und können sogar schwere Komplikationen wie Muskellähmung oder Atemprobleme auslösen. Die ursprünglich aus tropischen Gewässern stammende Portugiesische Galeere ist an ihrer blauen auf dem Wasser schwimmenden Blase zu erkennen. Durch Strömungen werden sie in Richtung Land getrieben. Bereits letzte Woche mussten auch südwestfranzösische Strandabschnitte wegen Quallen gesperrt werden.
Auf der beliebten Ferieninsel Mallorca ist es der Tourismus, der zum Problem wird – zumindest aus der Sicht der Einheimischen. Am Wochenende sind zwischen 1000 und 2000 Mallorquiner erneut gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Nur zwei Wochen nach der großen Kundgebung in Palma gegen den aus Sicht vieler Insulaner überbordenden Tourismus, fand die neue Demo nun in der Stadt Sóller im Westen statt. Aufgerufen hatte wieder die Organisation „Menys Turisme Més Vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben). HUD