Kolumbien: Viele Menschen unter Trümmern vermutet

von Redaktion

Das schwere Erdbeben trifft vor allem den Westen des Landes – Sängerin Shakira solidarisiert sich mit Opfern

Patienten werden nach dem Beben aus einem Krankenhaus evakuiert. © Saldarriaga/dpa (2)

Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines Hauses. © Saldarriaga/dpa

Bogotá – Schwankende Autos, klirrende Fensterscheiben, einstürzende Gebäude: Kolumbien ist von einem der schwersten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte mit einer Stärke von 7,4 heimgesucht worden. Örtliche Behörden gingen am Dienstag von mindestens 240 Toten aus. Die Zahl hatte sich im Laufe des Tages immer weiter erhöht. Abelardo de la Espriella, der gerade erst vereidigte Präsident des südamerikanischen Landes, hatte am Montag während eines Krisentreffens von 111 Toten gesprochen.

In der betroffenen Region im Westen des Landes rund um das Epizentrum nahe San José del Palmar brachte das Beben zahlreiche Gebäude entweder ganz zum Einsturz oder beschädigte sie. Unter vielen Trümmern werden noch Menschen vermutet. Alleine in der Millionenstadt Cali, die südlich des Epizentrums liegt, würden 188 Menschen vermisst, sagte De la Espriella am Abend.

Neben Cali sind unter anderem auch die Städte Pereira und Manizales stark getroffen worden. Allein Pereira verzeichnete nach jüngsten Angaben des Präsidenten bisher 79 Tote und damit die meisten Opfer. 37 weitere Menschen würden vermisst, Dutzende gelten als verschüttet. 66 Gebäude seien komplett eingestürzt. Die Zahl der Opfer in Cali bezifferte De la Espriella mit 35 Toten und etwa 700 Verletzten. Drei Krankenhäuser und etwa 40 Gebäude stürzten seinen Worten zufolge völlig ein.

Für den rechten Politiker, der vor seiner Wahl auf die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump zählen konnte, ist die Naturkatastrophe die erste große Bewährungsprobe. „An erster Stelle steht die Rettung der Menschen, die unter den Trümmern begraben sind“, sagte der Staatschef am Dienstag. Seine Regierung rief den Notstand aus.

Die kolumbianische Sängerin Shakira hat sich angesichts des verheerenden Erdbebens in ihrem Heimatland mit den Opfern solidarisiert. „Geliebtes Kolumbien, meine Gedanken sind bei allen, die heute dieses Erdbeben gespürt haben, und bei den Familien, die gerade Momente der Angst durchleben“, schrieb die 49-Jährige auf X. Gerade in solchen Momenten wüssten die Kolumbianer, wie sie zusammenhalten.

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