Wie Frankreichs Wälder neu entstehen sollen

von Redaktion

Didier Monchaux steht inmitten von verbrannten Bäumen. © Kausche/dpa

Bordeaux – Nach den katastrophalen Waldbränden an der Atlantikküste steht Frankreichs Forstwirtschaft vor der schwierigen Aufgabe, etliche Millionen Tonnen an Holz aus den Wäldern herauszuschaffen und zu verarbeiten. Neben den durch die Brände beschädigten Pinienbäumen geht es auch um Bäume, die zum Anlegen von Brandschneisen in aller Eile gefällt wurden und mit den Flammen nicht in Berührung kamen. Im Anschluss stellt sich die Frage, wie und mit welchen Baumsorten die riesigen Flächen wieder aufgeforstet werden. Es gelte, auch angesichts des Klimawandels, „einen anderen Wald neu zu pflanzen und wieder aufzubauen“, sagte Präsident Emmanuel Macron bereits.

Wie die Nationale Forstverwaltung (ONF) mitteilte, geht es unmittelbar nach Ende der Brände zunächst um das Sichern der Wälder, etwa indem umsturzgefährdete Bäume gefällt und Bereiche identifiziert werden, in denen ein Erdrutsch oder eine Überschwemmung drohen kann. Die zum Anlegen von Schneisen gefällten Bäume werden so schnell wie möglich aus den Wäldern an den Rand der Straßen gebracht und aufgestapelt, damit sie kein Futter sind für wiederaufflammende Brände, sagte der Direktor der forstwirtschaftlichen Genossenschaft (AFB), Benoît Fraud, dem Sender France Info. Vom Straßenrand werden die Stämme zur Vermarktung in ein Lager transportiert.

Die angebrannten Bäume würden für ihre weitere Verwertung von Experten begutachtet, denn in der Regel sei nur die Oberfläche, aber nicht der Stamm selbst verbrannt, erklärte die Forstverwaltung. Die Auswirkungen und oberflächlichen Spuren des Brandes könnten jedoch zu einer Einschränkung der Verwendungsmöglichkeiten führen. Manches lasse sich noch als Parkett- oder Bauholz oder für Paletten verwenden, anderes werde als Biomasse verfeuert. Voraussetzung ist allerdings, dass das Holz schnell geerntet wird, ansonsten drohe ein Befall mit Schimmel und Schädlingen.

Und wie sollen die abgebrannten Wälder wieder aufgeforstet werden? Wie die nationale Branchenorganisation der französischen Forst- und Holzwirtschaft (FBF) erklärte, bestätigten die Waldbrände die Notwendigkeit einer Anpassung der französischen Wälder an den Klimawandel. Ein „anderer Wald“, wie ihn Macron bezeichnet habe, bedeute ein Wald, der an die klimatischen Bedingungen der Zukunft angepasst sei und gleichzeitig weiter seine ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Funktionen erfülle. Nötig seien mehr Brandschneisen, ein besserer Unterhalt der Wälder sowie eine Wahl von Baumsorten, die den örtlichen Bedingungen und einer zunehmenden Trockenheit gewachsen seien.

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