„Wer stoppt diese Idioten?“

von Redaktion

Waldbrände: NRW-Innenminister Reul (CDU) wettert gegen Brandstifter

Seine Haustiere bringt dieses Paar in Sicherheit. © Tittel/dpa

NRW-Innenminister Reul (l.) erkundigt sich vor Ort. © dpa

Ein Hubschrauber mit Löschwasser-Außenlastbehälter startet zum Einsatz. Über dem belgischen Venn lodern die Flammen (kleines Bild). © Driessen/dpa

Hürtgenwald/Monschau – Lodernde Wald- und Moorbrände, Feuerschein am Horizont, gewaltige Rauchwolken über Waldgebieten und evakuierte Orte: In der Nordeifel und an der deutsch-belgischen Grenze haben Großfeuer Anwohner, Feuerwehrleute und Rettungskräfte in Atem gehalten. In Hürtgenwald (Kreis Düren/Nordrhein-Westfalen) mussten zeitweise über 2000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen, weil das Feuer bis zu 250 Meter an die Ortschaft herangerückt war. Die Ursache für den Waldbrand ist noch ungeklärt. Aber für NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) steht fest: Menschliches Fehlverhalten hat zu dem Inferno geführt. „Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen, einfach irgendwas wegwerfen“, schäumte der Minister bei einem Besuch vor Ort.

Am Sonntag konnte dann nach zwei Tagen schwierigsten Einsatzes von bis zu 1800 Einsatzkräften vorsichtige Entwarnung gegeben werden. Die Löscharbeiten laufen noch, aber es gibt keine offenen Flammen mehr im Hürtgenwald. Landrat Ralf Nolten (CDU) sagte, der Brand sei unter Kontrolle. Schon viele Bewohner sind in ihre Häuser zurückgekehrt.

In Hürtgenwald laufen die Löscharbeiten auch am vierten Tag weiter, die Lage in dem betroffenen Gebiet im Westen Nordrhein-Westfalens entspannt sich aber zunehmend. Wie der Kreis Düren mitteilte, gibt es keine offenen Flammen mehr. „In diesen Stunden geht es vor allem darum, die Glutnester einzudämmen.“ Das gesamte betroffene Gebiet sei nun mit einer Schneise von etwa drei Metern umgeben, sodass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten.

Bereits am Samstagabend waren Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey in ihre Wohnungen und Häuser zurückgekehrt, wie eine Sprecherin schilderte. „Stand Sonntagmorgen waren rund zwei Drittel der Betroffenen wieder vor Ort.“

Unterdessen bereitet ein großer Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn in derselben Region Sorgen. Das Feuer war am Sonntag noch etwa anderthalb Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. 1,8 Kilometer sind es von der Feuerfront bis zu den ersten Häusern auf deutscher Seite, wie die grenznahe Stadt Monschau am späten Sonntagvormittag mitteilte. Sie ging nicht davon aus, „dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird“.

Wegen einer erwarteten „starken Belastung durch Brandrauch“ rief die Stadt Einwohner der grenznahen Bereiche aber dazu auf, ihre Häuser zu verlassen. Nach Angaben der Behörden in Belgien hat der Brand fast 3000 Hektar Land vernichtet. Die Lage bleibe „kompliziert“, weil der Wind mehrfach gedreht habe. Das Feuer war am Freitag ausgebrochen und breitete sich schnell aus. Das gesamte Gebiet an der deutschen Grenze war am Sonntag in dichten Rauch gehüllt.CM/DPA

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