Eines der wenigen Fotos von Sandra Bullock und Freund Bryan. © IMAGO
Los Angeles – Zum ersten Mal spricht Sandra Bullock jetzt offen über die schwerste Zeit ihres Lebens: „Er hat mich gebeten, nichts zu erzählen!“ Im Podcast „SmartLess“ enthüllte sie, wie albtraumhaft die letzten Jahre mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Bryan Randall waren – und warum sie dessen schwere Krankheit geheim gehalten hatte. Die 62-Jährige gab zu, dass sie grundsätzlich dazu neige, ihre Probleme für sich zu behalten. „Ich möchte andere nicht mit meinen Angelegenheiten belasten.“ Deshalb glaube sie, „dass es eine Zeit lang gut war, nicht darüber zu sprechen“.
Acht Jahre waren die Oscar-Gewinnerin und der Fotograf ein Paar, ehe Randall 2023 im Alter von 57 Jahren an ALS starb. Bullock verriet, dass sie seine Krankheit bewusst vor der Öffentlichkeit geheim gehalten hatte, „weil Bryan es ausdrücklich so wollte“. Warum, das weiß Bullock bis heute nicht genau. Doch sie akzeptierte den Wunsch ihres Lebensgefährten. Das Schweigen habe allerdings auch seinen Preis gehabt: „Es hat mich isoliert.“
Ursprünglich sei sie überzeugt gewesen, „dass ich es schaffe, niemandem etwas zu sagen“. Sie weihte nur ihre Schwester Gesine Bullock-Prado in die „traumatische Diagnose“ ein. Doch dann kam für Bullock alles zusammen: Sie war Unterstützerin und Pflegerin von Randall bei dessen aussichtslosem Kampf gegen die neurodegenerative Erkrankung, musste zwei kleine Kinder großziehen und sich gleichzeitig mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auseinandersetzen. In den Worten von Bullock: „Es war eine ziemlich düstere Dreifachbelastung.“
Als sie sich am Ende doch entschied, einige ihrer besten Freundinnen wie Jennifer Aniston ins Vertrauen zu ziehen, befand sie sich bereits mitten in einem einsamen, schwierigen Kampf. Bryan hatte zu diesem Zeitpunkt sowohl körperlich als auch geistig rapide abgebaut. „Ich glaube, ich habe bereits vier Jahre vor seinem Tod begonnen, um Brian zu trauern“, erklärte sie. „Etwas hatte sich verändert.“ Heute weiß sie, dass es die Erkenntnis war, „dass mein Mensch schon gegangen war, bevor sein Körper folgte“.
Nach Randalls Tod wurde sie von einer Welle der Trauer überrollt. „Ich glaube nicht, dass ich mich mit allem wirklich auseinandergesetzt habe, bevor er starb – weil man einfach in diesem Hamsterrad ist.“CHRISTIAN THIELE