Obama verlieh Steinem eine Ehrenmedaille. © Reynolds/EPA
New York – Die US-Feministin und Journalistin Gloria Steinem ist tot. Eine der prägendsten Stimmen der amerikanischen Frauenbewegung starb am Mittwochabend im Alter von 92 Jahren in ihrem Zuhause in New York, wie eine Sprecherin ihrer Stiftung am Donnerstag mitteilte. Eine Todesursache wurde zunächst nicht genannt.
Bekanntheit erlangte Steinem in den 1960er-Jahren zunächst als Journalistin. 1963 ließ sie sich für eine Reportage undercover als sogenanntes Playboy Bunny in einem New Yorker Playboy Club anstellen und berichtete anschließend über die Arbeitsbedingungen der Frauen dort. 1968 half sie beim Aufbau des „New York Magazine“, für das sie anschließend als politische Kolumnistin und Autorin arbeitete. Vier Jahre später gehörte sie zu den Mitgründerinnen des feministischen Magazins „Ms.“, das Themen wie Abtreibungsrechte, Diskriminierung am Arbeitsplatz und Gewalt gegen Frauen prominent aufgriff. Steinem blieb auch im hohen Alter politisch und publizistisch aktiv. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für Frauen- und Bürgerrechte verlieh ihr der damalige US-Präsident Barack Obama 2013 die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.
Knapp drei Wochen nach ihrem Tod soll ein neues Buch von ihr erscheinen. Die Memoiren „An Unexpected Life“ sind nach Angaben des Verlags Random House für den 22. September geplant. Darin blickt Steinem auf ihr Leben und mehr als sechs Jahrzehnte feministischen Aktivismus zurück. Das Buch werde nun posthum veröffentlicht, teilte auch ihre Stiftung mit.
Nach Angaben der Stiftung soll noch in diesem Jahr in New York eine Gedenkfeier für Steinem stattfinden.
Steinem gilt als Ikone des Feminismus. Ihr Einsatz für Frauenrechte ist ein zentraler Handlungsstrang der US-Serie „Mrs. America“, die in den 1970er-Jahren spielt. Schauspielerin Rose Byrne übernimmt darin die Rolle der jungen Gloria Steinem.