Monaco – Eine seit Jahren andauernde Affäre um Korruption und Einflussnahme im Fürstentum Monaco zieht weitere Kreise. Der frühere Schulfreund und Berater von Fürst Albert II., Anwalt Thierry Lacoste, sei im Zuge von Ermittlungen zu einem geplatzten Immobilienprojekt bereits am Mittwoch in Polizeigewahrsam genommen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Monaco am Wochenende mit.
Nach Abschluss seiner Vernehmungen und zweimaliger Verlängerung des Gewahrsams sei Lacoste am Morgen dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Dieser habe gegen ihn ein förmliches Strafverfahren wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der aktiven Bestechung eines nationalen Amtsträgers, der passiven Einflussnahme sowie der Geldwäsche eröffnet und ihn der gerichtlichen Aufsicht unterstellt, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Lacoste bestreite die Vorwürfe und gelte weiter als unschuldig.
Wie die Kanzlei des Anwalts mitteilte, hat Lacoste bei der Polizei zu Anschuldigungen eines Immobilienmagnaten ausgesagt, „der unzufrieden ist, weil ihm bestimmte Immobilienprojekte im Fürstentum Monaco nicht zugeteilt wurden“. Der Magnat versuche, die monegassische Justiz zu seinem Vorteil zu instrumentalisieren. Diejenigen, die jahrelang gegen Korruption gekämpft hätten und die man nicht zum Schweigen habe bringen können, würden nun der „Korruption oder der Einflussnahme“ beschuldigt.
Zuletzt war im Juni 2025 der ehemalige Präsident des Obersten Gerichtshofs von Monaco und frühere Prinzenvertraute, Didier Linotte, wegen des Verdachts der Korruption, Geldwäsche und Einflussnahme unter Justizaufsicht gestellt worden.