König Harald V. wird am Mittwoch in Oslo beigesetzt. © Varjfel, Pedersen/dpa
Oslo – Sie nannten ihn „Großvater von ganz Norwegen“: König Harald V. war bei seinen Landsleuten äußerst beliebt – und weit über die Landesgrenzen hinaus respektiert. Zu seinem Begräbnis am Mittwoch reisen deshalb zahlreiche Staatsoberhäupter und tausende Norweger an. Für das kleine skandinavische Land ist die Organisation der Beisetzung ein außerordentlicher Kraftakt.
Aufgrund der vielen hochrangigen Gäste aus dem In- und Ausland werde das Sicherheitsaufgebot zu den größten in der norwegischen Geschichte gehören, sagte ein Polizeisprecher: „Es ist völlig offensichtlich, dass dies ein sehr großer, vielleicht sogar einer der größten Polizeieinsätze überhaupt werden wird.“ Große Teile der Osloer Innenstadt werden an dem Tag für den Verkehr gesperrt. Einstellen müssen sich die normalen Besucher auf längere Taschenkontrollen – verboten ist es beispielsweise, Regenschirme mitzubringen. Die schwedische und die dänische Polizei sollen die Norweger bei dem Einsatz unterstützen, an den Grenzen wurden vorübergehende Kontrollen eingeführt. Details zu den Sicherheitsvorkehrungen nannte die Polizei nicht.
Am Mittwoch werden in Oslo hochkarätige Gäste erwartet. Am Wochenende kündigte der britische Thronfolger Prinz William seine Teilnahme an. König Charles III. bleibt protokollgemäß bei Begräbnissen ausländischer Monarchen in der Heimat. Aus Schweden reisen alle erwachsenen Mitglieder des Königshauses an. Neben dem Königspaar Carl XVI. Gustaf und Silvia, Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel, Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia sowie Prinzessin Madeleine kommt auch deren Ehemann Christopher O’Neill zur Beisetzung in Oslo. Auch die Königspaare aus Dänemark, Spanien, den Niederlanden und Belgien kommen zum Begräbnis. Aus Deutschland kommt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Einige Präsidenten anderer europäischer Länder haben ebenfalls zugesagt.
Unterdessen hat ein Gericht in Oslo die Untersuchungshaft des ältesten Sohns der neuen norwegischen Königin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, um weitere vier Wochen verlängert. Høiby verbringt den Arrest mit elektronischer Fußfessel weiterhin im Zuhause des norwegischen Königspaares.