Florenz: Prämien für Fahrradfahrer

von Redaktion

Bürger sollen Autos stehen lassen – Bis zu 30 Euro im Monat und Zuzahlung für E-Bikes

Bis zu 30 Euro: Radlfahrer werden in Florenz finanziell entlohnt. © DreamstimexOlgacov/Imago

Florenz – Wer in Florenz das Auto stehen lässt und stattdessen aufs Fahrrad steigt, kann dafür Geld bekommen. Bis zu 30 Euro im Monat zahlt die Stadt denjenigen, die ihre täglichen Wege mit dem Rad zurücklegen. Das Programm „Pedala, Firenze ti premia“ soll Autofahrer zum Umsteigen bewegen – und ausgerechnet das gute alte Fahrrad attraktiver machen als den Wagen.

Das Prinzip ist simpel: Wer in Florenz oder den umliegenden Gemeinden lebt und zum Arbeiten oder Studieren mit dem Rad unterwegs ist, kann seine Fahrten über die städtische App „IF“ erfassen lassen. Die gesammelten Punkte werden anschließend in Geld umgewandelt. Seit September gibt es für längere Strecken mehr Punkte, außerdem wurde die tägliche Obergrenze von 150 auf 200 Punkte angehoben. Wer monatlich 3000 Punkte erreicht, bekommt den Höchstbetrag von 30 Euro überwiesen.

Dabei zählt nicht nur der Weg zur Arbeit oder zur Universität. Auch andere Radfahrten innerhalb des Stadtgebiets können Punkte bringen, allerdings weniger. Zusätzlich gibt es eine Art Fahrrad-Rangliste: Jeden Monat werden die 200 fleißigsten Radler mit weiteren Geldpreisen belohnt. Die ersten beiden bekommen jeweils 100 Euro, weitere Teilnehmer 50, 30 oder 20 Euro.

Dass solche Belohnungen tatsächlich Menschen aufs Fahrrad bringen können, zeigt die bisherige Bilanz. Seit dem Start der neuen Runde im April 2026 haben sich mehr als 2300 Menschen angemeldet und zusammen bereits mehr als 545.000 Kilometer zurückgelegt. Nach Berechnungen der Stadt wurden dadurch rund 82 Tonnen CO₂ eingespart. Das Programm ist zunächst bis April 2027 angelegt; neue Teilnehmer können sich noch bis Ende Dezember 2026 anmelden.

Florenz ist mit der Idee keineswegs allein. In der italienischen Stadt Faenza etwa gibt es ebenfalls ein „Bike to Work“-Programm: Dort werden Radpendler mit 25 Cent pro Kilometer belohnt, bis zu 50 Euro im Monat. Das Konzept wurde inzwischen auch von Unternehmen und anderen Kommunen übernommen.

Auch außerhalb Italiens wird das Radfahren finanziell schmackhaft gemacht. In den Niederlanden können Arbeitgeber ihren Beschäftigten 2026 für den Arbeitsweg mit dem eigenen Fahrrad bis zu 25 Cent pro Kilometer steuerfrei erstatten. In Frankreich gibt es mit dem „Forfait mobilités durables“ ebenfalls eine staatlich geregelte Möglichkeit, Beschäftigte für nachhaltige Arbeitswege – unter anderem mit dem Fahrrad – zu unterstützen. Für 2026 sind im privaten Bereich bis zu 600 Euro im Jahr möglich.

Und Florenz legt sogar beim Fahrradkauf einen drauf: Wer dort ein neues E-Bike oder ein elektrisches Cargo-Bike kauft, kann bis zu 80 Prozent des Kaufpreises als Zuschuss erhalten – maximal 500 Euro für ein E-Bike und 1000 Euro für ein Cargo-Bike.

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