Schokolade kann die Stimmung steigern. © Charisius/dpa
Berlin – Schokolade kann vieles sein: Nervennahrung, kleine Belohnung oder Trostpflaster. Um die beliebte Süßigkeit ranken sich einige Behauptungen: Ihr Genuss führe zu Pickeln oder Weihnachtsmänner würden nach der Saison zu Osterhasen umverpackt. Ist da was dran? Zum Internationalen Tag der Schokolade am Montag stehen Schoko-Mythen auf dem Prüfstand.
Behauptung: Dunkle Schokolade ist gesund. Das ist nur teilweise richtig. Dunkle Schokolade enthält meist mehr Kakaoflavanole als Milchschokolade. Diese Pflanzenstoffe können nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Funktion der Blutgefäße unterstützen. Sie tragen dazu bei, dass sich die Gefäße erweitern. Daraus folgt aber nicht, dass dunkle Schokolade generell ein gesundes Lebensmittel ist oder vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Für diesen möglichen Effekt nennt die EFSA eine tägliche Menge von 200 Milligramm Kakaoflavanolen. Diese Menge ist jedoch keine allgemeine Verzehrempfehlung. Wie viel Schokolade dafür nötig wäre, lässt sich nicht pauschal sagen: Je nach Produkt könnten 200 Milligramm bereits in rund 10 Gramm enthalten sein. Bei flavanolärmeren Sorten wären dagegen größere Mengen nötig.
Behauptung: Schokolade lässt die Pickel sprießen. Unklar. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Akne ist nach der bisherigen Studienlage nicht abschließend geklärt. Eine systematische Übersichtsarbeit fand jedoch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Akne und einer Ernährung mit höherem glykämischem Gehalt. Dabei spielen sowohl die Geschwindigkeit des Blutzuckeranstiegs als auch die Menge verwertbarer Kohlenhydrate in einer Portion eine Rolle. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass gerade Milchschokolade typischerweise sowohl Zucker als auch Milchbestandteile enthält. Deshalb lässt sich nur schwer sagen, welcher Bestandteil für einen möglichen Effekt verantwortlich ist.
Behauptung: Schokolade ist immer süß. Schokolade aus dem Supermarkt ist heute meist süß. Das war nicht immer so. Forschende gehen davon aus, dass der Kakaobaum im oberen Amazonasgebiet domestiziert wurde. Nachweise aus dem heutigen Ecuador reichen rund 5300 Jahre zurück. Schon lange vor der modernen Tafelschokolade nutzten Menschen in Südamerika und später in Mesoamerika Kakao für Getränke. Diese Kakaogetränke wurden häufig mit Wasser und regionalen Gewürzen zubereitet und schmeckten meist bitter – gelegentlich wurden sie auch gesüßt, etwa mit Honig. Nach der Einführung des Kakaos in Europa wurde das Getränk dort zunehmend mit Zucker versetzt. Die moderne Tafelschokolade entwickelte sich im 19. Jahrhundert.
Behauptung: Schokolade macht glücklich. Schokolade macht nicht nachweislich dauerhaft glücklich – sie kann aber kurzfristig die Stimmung verbessern. Eine systematische Übersichtsarbeit wertete dazu Studien über die Auswirkungen von Schokolade auf Stimmung und kognitive Funktionen aus. Die Ergebnisse waren gemischt: Einige Untersuchungen zeigten eine kurzfristige Verbesserung der Stimmung, in anderen ließ sich kein eindeutiger Effekt feststellen. Kurzfristig kann Schokolade die Stimmung heben – ein anhaltender positiver Effekt ist nicht belegt. Die Forschung legt nahe, dass mehrere Faktoren zu einer positiven Reaktion beitragen können. Dazu gehören Geschmack, Geruch und das sogenannte Mundgefühl der Schokolade – etwa das Knacken beim Abbeißen, die cremige Konsistenz und das Schmelzverhalten im Mund. Diese Eigenschaften können die Wahrnehmung und das Gefallen beeinflussen.
Behauptung: Aus Weihnachtsmännern werden Osterhasen. Ein Gerücht hält sich hartnäckig: Übrig gebliebene Schoko-Weihnachtsmänner würden eingeschmolzen und später als Osterhasen verkauft. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) stimmt das nicht. Die Saisonartikel bestünden aus frisch hergestellter Schokoladenmasse. Nicht verkaufte Ware werde nach den Festtagen in der Regel günstiger angeboten oder kostenlos an gemeinnützige Organisationen weitergegeben.