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Horror über den Wolken

Israel-Flug: Pilot greift Kollegen an – Regierung spricht von versuchtem Terroranschlag

Passagiere eilten ins Cockpit, um dem verletzten Piloten zur Hilfe zu eilen. © X

Dieser Mann half, den Co-Piloten zu überwältigen. © X

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Flydubai steht auf dem Rollfeld des Dubai International Airport. © Uncredited/dpa

Tel Aviv – Albtraumartige Szenen an Bord einer Boeing auf dem Weg nach Tel Aviv: Im Cockpit kam es zu einem dramatischen Kampf zwischen Pilot und Co-Pilot. Wie Augenzeugen berichten, soll der Co-Pilot versucht haben, seinen Kollegen mit einem Messer abzustechen. Passagiere halfen schließlich, den Angreifer zu überwältigen. Die Maschine mit rund 180 Passagieren musste notlanden. Offenbar waren fast alle Passagiere Israelis.

Jetzt wird geprüft, ob der Mann aus dem Oman versucht hat, das Flugzeug mit Absicht zum Absturz zu bringen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach bereits vom „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“, der nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden sei. Auch Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sprach von einem versuchten Terroranschlag.

Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen ein, als die Maschine sich Israel näherte. Eine Israelin erzählte dem TV-Sender N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe „Schreie und Panik“ gegeben. „Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer“, sagte sie. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. „Die Situation hätte aber auch anders enden können“, sagte sie. Eine weitere Israelin erzählte, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. „Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.“

Die staatliche emiratische Fluggesellschaft Flydubai bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit. Der Kapitän und der erste Offizier seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Angaben über weitere Verletzte gab es zunächst keine. Das in Dubai gestartete Flugzeug wurde von einer zweiten Besatzung, die in der Kabine mitreiste, sicher am Flughafen von Tabuk gelandet. Zuvor hatte die Maschine den Code 7700 abgesetzt, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend den Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird.

Laut israelischem Nachrichtenportal „ynet“ sei die Maschine zu Beginn des gefährlichen Vorfalls steil in die Tiefe geflogen. Einer der Piloten habe den anderen mithilfe von Passagieren daran gehindert, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Ein Bild von Bord der gelandeten Maschine soll einen Passagier mit einem blutbefleckten Hemd zeigen. Einer der Piloten habe eine Stichverletzung erlitten. Zunächst war nur von einer Prügelei zwischen dem Kapitän und dem Co-Piloten die Rede gewesen. „ynet“ veröffentlichte zudem eine Videobotschaft aus dem Flieger, die einen israelischen Passagier mit blutüberströmtem Gesicht direkt nach dem Vorfall an Bord zeigen soll. „Wir haben die Terroristen überwältigt“, sagte er. Die Landung stehe unmittelbar bevor. „Wir brauchen Hilfe.“

Widersprüchliche Angaben zur Herkunft der Piloten sorgten zunächst für Verwirrung. Erst hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Co-Pilot ukrainischer Herkunft. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte der Moskauer staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, die Berichte über einen russischen Piloten stimmten.

Das letzte Passagierflugzeug auf dem Weg nach Israel wurde 1972 entführt: Das Flugzeug der belgischen Luftfahrtgesellschaft Sabena war auf dem Weg von Brüssel nach Tel Aviv, als es von palästinensischen Terroristen entführt wurde. Nach der Landung stürmten israelische Spezialkräfte die Maschine und überwältigten die Entführer.

Freitag, 2. Oktober 2026
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