Zukunftstechnologien

Mobilfunk in der fünften Generation

von Redaktion

Man kann es nicht sehen oder anfassen, denn es ist die Testumgebung für die 5G-Technologie, die Kathrein in der Rosenheimer Innenstadt und den Randbezirken aufgebaut hat.

Rosenheim – Im Sommer 2016 hat das Rosenheimer Unternehmen Kathrein das sogenannte Testbed installiert – eine Umgebung, in der Prototypen von Mobilfunkzellen der fünften Generation getestet werden, erklärt Maximilian Göttl. Der CTO (Chief Technology Officer) Business Unit Products arbeitet mit seinem Team an Zukunftstechnologien und untersucht etwa ihren Nutzen in der Praxis: „Kathrein ist Technologieführer in den Bereichen Basisantennen, Broadcast und Automotive. Im Testbed werden all diese Kompetenzen zusammengeführt.“ Für die Industrie und Kathrein selbst ist die 5G-Technologie von großer Bedeutung. Denn unter anderem für das autonome Fahren spielen eine störungsfreie Verbindung und hohe Datenraten eine entscheidende Rolle. Insgesamt sei diese Art von Testumgebung weltweit einzigartig, betont Göttl. Anders als in anderen Testumgebungen werde zum Beispiel nicht die Kommunikation zwischen Autos getestet, sondern zwischen einem Fahrzeug und Basisantennen, erklärt der Ingenieur. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Die Testumgebung ist jedoch nur in Kooperation mit Partnern möglich.“ Unter anderem müssen Frequenzen zur Verfügung gestellt werden – und die Bundesnetzagentur muss das Projekt genehmigen. Für Göttl ist Rosenheim als Testumgebung optimal. „Die Stadt hat von der Innenstadt über Industriegebiete bis zu den Randgebieten alles.“ Und Kathrein sei der einzige Nutzer des 5G-Netzes. „So bekommen wir Daten in Reinform.“ Wie muss eine Netzarchitektur an die Herausforderungen der Zukunft angepasst werden? Das ist mit Blick auf das Autonome Fahren oder auch das „Internet of Things“ von entscheidender Bedeutung. Mehr Daten, mehr Geräte, hohe Zuverlässigkeit und extrem schnelle Reaktionszeiten sind einige Herausforderungen, die durch das aktuelle Netz nicht ausreichend abgedeckt seien, so Göttl. „Jedes Byte braucht Energie, sodass auch die Stromrechnung der Netzbetreiber steigen wird. Entsprechend ist das auch ein Wirtschaftsfaktor.“ Beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur setzt man bei der für 2018 geplanten Vergabe der Frequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) auf einen großen weiteren Investitionsschub. Bereits Ex-Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt erwartete einen zweistelligen Milliarden-Betrag an Einnahmen, wie es noch im Sommer 2017 hieß. Daraus soll – unter seinem Nachfolger Christian Schmidt – in weitere Förderprogramme zum Ausbau des schnellen Internets investiert werden. Bei einer Auktion 2015 hatte die Bundesnetzagentur für insgesamt 5,1 Milliarden Euro neue Mobilfunk-Frequenzen (700 Megahertz) vergeben. Die 5G-Technik soll deutlich schnellere Datenverbindungen im Internet ermöglichen und nach Plänen der EU-Kommission bis 2020 marktreif sein. Genutzt werden kann dies etwa für computergesteuerte Autos, digitale Prozesse in Industrie und Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Energieversorgung. Das Bundeskabinett hatte sich Mitte Juli mit einer entsprechenden Ausbau-Strategie für 5G befasst.

Investitionen

in Milliardenhöhe

Aus einem bereits laufenden Programm fördert der Bund den Ausbau des schnellen Internets mit weiteren 865 Millionen Euro. Damit würden zusammen mit Mitteln von Kommunen und Firmen insgesamt Investitionen von 1,8 Milliarden Euro ausgelöst, teilte das Bundesministerium mit. Verlegt werden könnten weitere 85 000 Kilometer Glasfaserkabel. Das insgesamt vier Milliarden Euro umfassende Bundes-Programm war 2015 gestartet worden.

Inzwischen sind 3,1 Milliarden daraus vergeben worden, was insgesamt 290 000 Kilometer neue Glasfaserkabel ermöglichen soll. Eine fünfte Vergabewelle steht am Jahresende noch an. Ziel ist, den für Telekom-Anbieter sonst wenig lukrativen Breitbandausbau auf dem Land anzukurbeln.

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