Rosenheim – Auf mittlerweile rund 150 Mitglieder ist der Verein „Unternehmerinnen in Handwerk und Dienstleistung Rosenheim“ in den vergangenen zehn Jahren gewachsen. Johanna Mathäser, die im Januar das Amt der Vorsitzenden von Angelika Artmann übernommen hat, war von Anfang an mit dabei. „Es gab zu dem Zeitpunkt einen Verein für Ehefrauen im Handwerk. Wir haben uns gegründet, weil wir auch andere Bereiche wie Dienstleistung und die Freiberufe mit ansprechen wollten“, erklärt die 51-jährige Mutter zweier Kinder den Schritt zur Vereinsgründung. Auch sie als Rechtsanwältin hätte sonst kein Mitglied werden können.
Neben dem Netzwerk, an das Johanna Mathäser nach dem ersten Wechsel im Vorsitz seit der Vereinsgründung anknüpfen will, spielt auch die Weiterbildung eine große Rolle. Dass dabei von der Erfahrung vieler Berufsgruppen – von Heilpraktikerinnen über Coaches, Fahrschullehrerinnen und Restaurateurinnen bis zum Steuerberaterinnen – profitiert werden kann, macht für Mathäser die Stärke des Vereins aus.
Die Aufgabe der „Unternehmerinnen in Handwerk und Dienstleistung“ sieht die Vorsitzende darin, den Unternehmerinnen eine Plattform zu bieten und sich untereinander zu vernetzen – oder auch Ansprechpartner zu sein, wenn sich jemand selbstständig machen möchte. Durch die Vernetzung der Berufsfelder würden sich auch zum Teil neue Geschäftsideen ergeben, so die Erfahrung der 51-Jährigen. Gerade diese Vielfalt der Berufsgruppen macht für die Vorsitzende den Austausch auf breiter, beruflicher und persönlicher Ebene aus. „Und es spiegelt eben auch die Vielfalt an Frauen wider, die in der Wirtschaft aktiv sind.“
Stärke in der
Vielfalt
Angesprochen werden sollen Frauen, die ihren Betrieb selbstständig oder gemeinsam mit ihrem Partner führen – oder eine Führungsposition in einem Unternehmen innehaben. Mathäser ist überzeugt: Eine Vertretung ausschließlich für Frauen braucht es auch in der heutigen Zeit. „Frauen gehen offener miteinander um und haben in mancher Hinsicht auch andere Schwerpunkte.“ Dazu gehöre die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Das Thema steht bei Männern oft immer noch nicht im Vordergrund.“
Auch eine gegenseitige Unterstützung, ohne dass gleich ein Konkurrenzgedanke da ist, erlebe sie bei Frauen mehr als bei Männern. Trotz des eigenen Fokus innerhalb der Mitgliederschaft auf Frauen schotte man sich aber nicht ab. „Zum einen sind wir in Netzwerken mit vielen Vereinen und Verbänden zusammengeschlossen, zum anderen ist der Großteil unserer Veranstaltungen für alle offen“, betont Mathäser. Man sei eines der offensten Netzwerke, ist die Vorsitzende überzeugt.
Der Einzugsbereich der Mitglieder geht dabei über Stadt und Landkreis Rosenheim hinaus und umfasst auch einen Teil des Landkreises Traunstein. Ziel der neuen Vorsitzenden ist es, neben einer weiter verstärkten Netzwerkarbeit auch einen Schwerpunkt auf Frauen im Handwerk zu setzen und gezielt Unternehmerinnen dort anzusprechen. „Diesen Kontakt zu intensivieren ist mir wichtig“, sagt Johanna Mathäser.