Vorstandswechsel und Vorbereitungen für eine Erweiterung

Weichen für die Zukunft sind gestellt

von Redaktion

Die MD Elektronik GmbH hat im zurückliegenden Geschäftsjahr ihr Wachstum fortgesetzt mit 357 Millionen Euro einen Rekordumsatz erreicht. Mit einem Wechsel in der Geschäftsführung werden beim Automobilzulieferer mit Sitz in Waldkraiburg auch Weichen für die Zukunft gestellt. Am Firmensitz ist eine Erweiterung in Planung.

Waldkraiburg – In einem Auto steckt inzwischen so viel Technik wie in Büros oder Eigenheimen. Diese Technik im Fahrzeug muss mit Daten- und Antennenleitungen nach innen und außen verbunden werden, das ist eine der Leistungen der Mitarbeiter der MD Elektronik GmbH. Das Unternehmen fertigt seit über vier Jahrzehnten Datenübertragungslösungen für inzwischen mehr als 40 Automobilhersteller weltweit. Vom Hauptsitz Waldkraiburg aus werden zentrale Funktionen wie Entwicklung, Vertrieb und Validierung der Produkte abgewickelt.

Auch aufgrund der guten Absatzzahlen der deutschen Automobilhersteller hat sich MD Elektronik im vergangenen Jahr gut entwickelt – über alle Regionen und Produktsparten hinweg, teilt das Unternehmen mit. Mit rund 4600 Mitarbeitern weltweit wurde 2016 ein Umsatz in Höhe von 357 Millionen Euro erzielt. Größter Produktionsstandort ist Chotšov (Tschechien), gefolgt von Peking, Jamestown (USA) sowie León (Mexiko). Die Fertigung hat das Waldkraiburger Unternehmen in Kundennähe, also nahe der Systemlieferanten und weltweit aktiven Automobilhersteller, positioniert. „Deshalb suchen wir stets nicht nur technisch interessierte Mitarbeiter, sie sollten auch Interesse am internationalen Einsatz haben“, so Mitglied der Geschäftsführung Robert Hofmann.

Herausforderungen und Chancen

Spannend bleibt diese Sparte der Automobilzulieferer wegen der rasant wachsenden technischen wie auch logistischen Anforderungen und stets voranschreitenden Innovationen. Immer mehr Technik – für Sicherheit, Komfort, aber auch Unterhaltung der Insassen – wird in den Autos verbaut. Während vor wenigen Jahren noch in erster Linie Pkw der Oberklasse mit Kameras, Displays und elektronischen Überwachungseinrichtungen ausgerüstet wurden, werden diese inzwischen auch verstärkt in Mittelklassewagen verbaut. Robert Hofmann sieht hier in den kommenden sechs bis sieben Jahren weiterhin eine Erhöhung der Nachfrage. Die technischen Anforderungen stehen dem nicht nach: Kabel und Systemlösungen müssen nicht nur ein Autoleben lang funktionieren. Hinzu kommt, dass sie im Fahrzeug teilweise Temperaturen zwischen minus 40 und plus 130 Grad ausgesetzt sind.

Bevor neue Entwicklungen in Produktion gehen, werden sie im eigenen und akkreditierten Prüflabor in Waldkraiburg auf all diese Anforderungen getestet. „Im Jahr fertigen wir derzeit rund 100 Millionen Kabel. Jede Sekunde stellen wir also mit unseren Beschäftigten und den Maschinen drei Kabel her, die durchweg zu 100 Prozent funktionieren müssen“, erklärt Ralf Eckert, der seit Jahresbeginn als Mitglied die Geschäftsführung verstärkt. Walter Bichlmaier, der seit 1990 den Auf- und Ausbau von MD Elektronik maßgeblich begleitet hat, ist auf eigenen Wunsch aus der Geschäftsführung ausgeschieden. Dieser gehörte er seit 2005 an. „Als Geschäftsführer war er unter anderem für den Aufbau unserer Standorte in China, USA und Mexiko mitverantwortlich“, erinnert Robert Hofmann. Eckert war bislang Bereichsleiter der Abteilungen Finanzen und Controlling.

Wachstum am Firmensitz vorbereiten

Auch in dem erst im vergangenen Jahr eröffneten Werk in Mexiko sieht Hofmann für MD Elektronik großes Wachstumspotenzial. „Der Standort spielt eine wichtige strategische Rolle in unserem globalen Produktionsnetzwerk, insbesondere für unsere Kunden im nordamerikanischen Raum.“ Trotz des politischen Kurses der US-Regierung, der bislang auf die Auftragslage keinerlei Auswirkungen hat. Die Produktionsstätte mit 16000 Quadratmetern Fläche liegt im Einzugsbereich zahlreicher internationaler Automobilhersteller und deren Systemlieferanten.

Weiter wachsen und damit neue Arbeitsplätze bieten will MD Elektronik aber auch am Hauptsitz in Waldkraiburg. Dort wurde bereits ein Nachbargrundstück erworben, um sich für die notwendige Erweiterung zu rüsten. Derzeit wird das dort bestehende Gebäude abgerissen. Die junge Mannschaft, der Großteil der Mitarbeiter ist zwischen 25 und 35 Jahre, soll mit weiteren qualifizierten Kollegen unterstützt werden. „Mit ihnen wollen wir die Ideen der Kunden aufgreifen, zu neuen Entwicklungen inspirieren und diese umsetzen; aber auch noch besser verstehen, was unsere Kunden machen und antreibt“, so Hofmann. nk/re

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