Mit Rabatten über das Jahr verteilt, wie zahlreich beteiligt sich der Einzelhandel am freiwilligen Sommerschlussverkauf?
Insgesamt beteiligen sich rund drei Viertel der Händler, auch wenn der Sommerschlussverkauf nicht mehr die Bedeutung hat wie noch vor einigen Jahren. Die Zeiten, in denen Kunden morgens vor den Geschäften gewartet und sich um Teile gestritten haben, sind lange vorbei. Dennoch sorgt der inoffizielle Sommerschlussverkauf für Frequenz.
Wie zeitgemäß ist das Instrument – auch vor dem Hintergrund der Konkurrenz aus dem Internet?
So lange der Kunde den Sommerschlussverkauf nachfragt, wird der Einzelhandel ihn auch anbieten. Ins Internet gehen die meisten Kunden nicht, weil die Waren dort besonders günstig sind, sondern weil es bequem ist. Ein Sommerschlussverkauf ist auch ein Anreiz, mal wieder in die Innenstädte zu fahren – und macht sie entsprechend attraktiv. Was man schon merkt, ist, dass sich viele im Vorfeld im Internet informieren – auch darüber, welche Rabatte ein Einzelhändler anbietet. Daher ist es auch für den Einzelhandel in der Region so wichtig, eine eigene Internetseite zu haben. Der Handel muss da sein, wo die Kunden sind. Und dazu gehört das Internet – nicht nur in Zeiten des Sommerschlussverkaufs.
Lässt das eher warme Wetter der letzten Wochen den Einzelhandel auf einen besseren Umsatz hoffen als im letzten Jahr?
In der Spitze gibt es Rabatte von bis zu 70 oder 80 Prozent. Dementsprechend hat nicht der Umsatz oberste Priorität, sondern die Räumung des Lagers. Für die neue Herbstware braucht der Einzelhandel Platz, Sommerware einzulagern kostet Geld.
Die Tatsache, dass der erste Tag der Sommerferien und der Start des Sommerschlussverkaufs fast zusammengefallen sind, hat den Händlern jedoch ebenso in die Karten gespielt wie das heiße Wetter in der ersten Woche. Sonst ist es schwierig, Badehosen oder Sandalen zu verkaufen. Auch wenn der Handel zu dem Zeitpunkt mit den Biergärten und Badeweihern in der Region konkurriert hat. In der zweiten Woche war es dann etwas kühler. Manche Händler verlängern den Schlussverkauf auch über die zwei Wochen hinaus.
Nichtsdestotrotz, der Juli ist für den Einzelhandel in diesem Jahr kein guter Monat gewesen, daran hat auch der Sommerschlussverkauf nichts geändert. Interview: Nina Kallmeier