So kann der Einzelhandel von den Volksfesten profitieren

Vom hilfreichen Hangover-Shot bis zur deftigen RoVoFeWu

von Redaktion

Rosenheim/Mühldorf – Die ganze Region ist im Volksfestfieber: Während beim Volksfest in Mühldorf noch bis Montag, 4. September, das Bier in Strömen fließt, dreht sich in Rosenheim sogar bis Sonntag, 10. September, alles ums Herbstfest. Wie der lokale Einzelhandel von den Volksfestbesuchern profitieren kann, hat der Münchner Marketingexperte und Buchautor („Die Geheimnisse der Umsatzverdoppler“) Roger Rankel im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen verraten.

Lohnt es sich für den regionalen Einzelhandel denn überhaupt, durch besondere Angebote oder Aktionen auf die Volksfestbesucher zu reagieren?

Absolut. Einerseits gehen gerade an diesen Tagen Leute an den Schaufenstern vorbei, andererseits ist die Stimmung meist heiterer und der Geldbeutel sitzt somit etwas lockerer. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann? Bei solchen Anlässen funktionieren auch zum Beispiel sogenannte Lockangebote besonders gut. Sie kennen das von den bekannten Ein-Euro-Handys. Weisen Einzelhändler bei hoher Laufkundschaft unschlagbare Angebote aus, locken sie Kunden ins Geschäft. Einmal drin, schaut man sich dann auch genauer um.

Welche Branchen können mit einer geeigneten Marketingstrategie von den Gästen profitieren?

Jede. Allerdings jede individuell auf ihre Art. Es muss dem Händler nur gelingen, zwischen der eigenen Branche und dem Volksfest irgendeinen sympathischen gemeinsamen Nenner zu finden. Beim Bäcker beispielsweise das Herbstfestbrot, beim Metzger vielleicht die RoVoFeWu, die Rosenheimer Volksfestwurst.

Welche Angebote und Aktionen sind sinnvoll für die Unternehmen?

Bei Bekleidung ist es ja naheliegend: ein nettes Accessoire zum Beispiel. Etwas Trachtiges, mit witzigem Charme. Die Apotheke braucht ein Volksfest-Hangover-Shot, der Metzger die Volksfest-Bratwurstsemmel. Und die Espressobar ist der offizielle Volksfest-Startpunkt, um gemeinsam loszuziehen. Auch für den Nachtschwärmer muss ein After-Volksfest-Treffpunkt geboten werden. Buchhändler können sich zum Beispiel auch auf Kundschaft von außerhalb einrichten. Kostenloses Wlan, ein bequemer Sessel und Bücher über die Region laden erschöpfte Besucher zum Pausieren ein.

Haben Sie einen Tipp für Einzelhandelsbetriebe, die noch schnell etwas Besonderes für die Volksfestgäste anbieten wollen?

Stark sind immer Ideen, die dem Volksfestbesucher direkten Nutzen bringen: Ein Masskrugbandl, damit man nicht versehentlich aus dem falschen Bierkrug trinkt. Power-Banks, damit einem der Akku vom Handy nicht ausgeht. Regenschirme bei schlechtem Wetter. Neben thematisch passenden Produkten funktionieren auch spezielle Aktionen wie die Kundenwette: Dauert die Wartezeit beim Bäcker länger als drei Minuten, gibt es einen Muffin oben drauf. Damit erhöhen die Inhaber Verkauf und Aufmerksamkeit.

Interview: Mathias Weinzierl

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