CSU-AUSZEICHNUNG an vier unternehmen verliehen

„Familie ist die Krönung des Lebens“

von Redaktion

Blumen Elsperger-Weiss, Duschl Ingenieure, die Opperer Holzwerkstätte und Schattdecor sind jetzt als familienfreundliche Unternehmen mit dem CSU-Familienlöwen ausgezeichnet worden. Besonderer Höhepunkt: Die Rede von Professor Dr. Claus Hipp, der ein Plädoyer für soziale Unternehmensführung hielt.

Rosenheim – Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhaltung – diese vier Tugenden sind nach Einschätzungen von Professor Dr. Claus Hipp (78) vom gleichnamigen Babynahrungshersteller und Festredner bei der Verleihung des Familienlöwen des CSU-Kreisverbands Rosenheim an besonders familienfreundliche Firmen, die wichtigsten, die Unternehmer besitzen sollten.

Vor über 60 geladenen Gästen aus Politik und Gesellschaft hielt der erfolgreiche Unternehmer im eleganten Gabor-Bistro – der Schuhsteller hatte vor zwei Jahren den CSU-Preis bekommen – ein flammendes Plädoyer für eine soziale Marktwirtschaft, in der der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. „Wir sollten uns in der Wirtschaft anständig benehmen“, nahm der 78-Jährige die deutsche Ökonomie ins Gebet.

Viel Lob fand der Unternehmer für die Auszeichnung der CSU, die „Ansporn und beispielgebend“ ist, mahnte die anwesenden Politiker wie die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die Landtagsmitglieder Otto Lederer und Klaus Stöttner sowie Landrat Wolfgang Berthaler und Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer aber auch dazu, ein Übermaß an Vorschriften zu verhindern: „Die Überregulierung ist das, was die Wirtschaft am meisten bedrückt.“

Auch zum Thema Zuwanderung mahnte Hipp mehr Sachlichkeit an. „Wir brauchen die Zuwanderung“, sagte der gebürtige Münchner, „wir müssen uns aber kümmern, dass die, die zu uns kommen, schnell eine gute Ausbildung bekommen“. Grundsätzlich sei die Zuwanderung gut, allerdings, so seine Einschränkung, „nach unseren Spielregeln“.

Die Integrationsbereitschaft an äußeren Merkmalen wie beispielsweise an Kopftüchern festzumachen, dagegen wehrte sich der erfolgreiche Unternehmer aber vehement: „Früher war es für Frauen in Bayern auch üblich, ein Kopftuch zu tragen“, so Hipp, der sogar noch einen Schritt weiter ging: „Die Gottesmutter Maria wird immer mit einem Kopftuch dargestellt.“

Ein Betrieb, der sich seit Jahren ums Thema Integration bemüht, ist das Unternehmen Duschl Ingenieure aus Kolbermoor, das in der Kategorie „Über 100 Mitarbeiter“ den CSU-Familienlöwen überreicht bekam. Laudator Wolfgang Janhsen von der Rosenheimer Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern lobte die Firma unter anderem dafür, dass die „Mitarbeiter hier als Menschen“ behandelt werden. So können die Angestellten unter dem Programm „Flex A“ ihre Arbeitszeit ganz flexibel an die Lebensumstände anpassen oder in den Ferien ihre Kinder zur Arbeit mitbringen. Ganz nach der Maxime des Seniorchefs Gerhard Duschl: „Leistung ohne Freiheit ist nicht möglich.“

Ein Leitspruch, nach dem auch die Schreinerei Opperrer aus Rohrdorf agiert – mit großem Erfolg. Mit einem Gesellen ist Inhaber Stefan Opperer 1994 in die Selbstständigkeit gestartet. Heute hat die Firma zwölf Mitarbeiter. „Eine pfundige Sache“, so Laudator und Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots. Dass sich die Beschäftigten extrem für ihren Arbeitgeber engagieren, habe mit den vielen Freiheiten zu tun, die ihnen der Chef ermöglicht. So ist es für die Mitarbeiter nichts Außergewöhnliches, auch ein Kleinkind an den Arbeitsplatz mitzubringen. Zudem spielt für den Firmeninhaber das Thema Ausbildung eine wichtige Rolle: „Es ist doch schön, wenn man den Lehrlingen beim Erwachsenwerden zuschauen kann.“

Wie sehr einem Arbeitgeber die Ausbildung am Herzen liegen kann, hat aber auch der kleinste Betrieb, der ausgezeichnet worden ist, bewiesen. Vier Mitarbeiter – davon ein Lehrling – zählt der Floristikbetrieb Blumen Elsperger-Weiß aus Kolbermoor. Mit flexiblen Arbeitszeiten oder der Organisation von Kinderbetreuung gehen die Chefs – Mama Monika Weiss und Tochter Marion Schmid – auf die Bedürfnisse ihrer Angestellten ein. Und lassen ihre Mitarbeiter auch in Krisensituationen nicht im Regen stehen. So griffen Mutter und Tochter einer Auszubildenden, die die Abschlussprüfung verpatzt hatte, finanziell und pädagogisch unter die Arme. Und wichen nicht von ihrer Seite, bis die junge Frau letztlich ihre Abschluss mit hervorragendem Ergebnis in der Hand hatte. „Diese Unternehmen sind die tragenden Säulen unseres Wirtschaftsstandorts“, sprach Laudator Otto Lederer den Gästen aus der Seele.

Zu den Säulen gehört natürlich auch das Unternehmen Schattdecor aus Thansau bei Rohrdorf, das den Preis in der neu eingeführten Kategorie „International tätige Unternehmen“ verliehen bekam. 2200 Mitarbeiter aus 27 Nationen beschäftigt Schattdecor an 14 Standorten weltweit. Und trotzdem ist der Konzern ein Familienunternehmen geblieben, der zwischen Führungskräften und Angestellten auf „das Prinzip der Augenhöhe setzt“, wie es der Vorstandsvorsitzende Roland Auer ausdrückte. „Wir geben Zeit und Raum, um unseren Mitarbeitern zuzuhören.“

Firmeninternes Ferienprogramm

Zudem werden immer neue Ideen entwickelt, wie den Angestellten das (Familien-) Leben erleichtert werden kann – beispielsweise durch ein firmeninternes Ferienprogramm. Für Laudatorin Daniela Ludwig eine Philosophie, die sich letztlich auch wirtschaftlich auszahlt: „Es ist ja auch ein Wettbewerbsfaktor, wenn ein Unternehmen sagen kann: ,Wir sind familienfreundlich.“

Doch egal ob eine Handvoll oder Tausende Mitarbeiter – alle vier Unternehmen eint der Wunsch, für ihre Mitarbeiter ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Denn, so Opperer: „Die Familie ist schließlich die Krönung des Lebens.“

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