Azubi-serie: Floristin

Täglich ein Bad im Blumenmeer

von Redaktion

Die 17-jährige Söllhubenerin Maria Fischer schätzt an ihrer Ausbildung, dass sie anderen Menschen mit Blumen eine Freude machen kann.

Brannenburg – Maria Fischer steht in einem Meer von Blumen. Rosen mit roten, pink- und roséfarbenen Blüten stecken in großen Blumenvasen. Herbstliche Sonnenblumensträuße verziert mit Beeren und Ästen stehen in gläsernen Wasserbehältern. Es duftet blumig, süß und frisch. Diese Oase der Blumen ist seit zwei Jahren der tägliche Arbeitsplatz von Maria Fischer.

Die 17-Jährige aus Söllhuben macht eine Ausbildung zur Floristin bei Blumen Hauser in Brannenburg. Für sie ist der Beruf eine echte Leidenschaft. „Wir haben zu Hause einen Bauernhof mit großem Garten, da habe ich schon immer Sträuße und Kränze aus Blumen gebunden“, erzählt Fischer. Während ihrer Zeit auf der Mittelschule in Stephanskirchen konnte sie bei einer Schnupperwoche den Beruf des Floristen kennenlernen. Bei einem einwöchigen Praktikum in einem Blumengeschäft in Prien fiel die Entscheidung endgültig: Eine Ausbildung zur Floristin sollte es sein. „Man kann so kreativ sein, das gefällt mir total gut“, sagt Fischer. Man habe zwar immer mit ähnlichen Materialien zu tun, das Ergebnis sei aber immer ein anderes. „Außerdem macht man den Leuten mit Blumen immer eine Freude“, betont sie.

Die Suche nach einer Lehrstelle gestaltete sich allerdings schwierig. Nur sehr wenige Betriebe in der Region bilden aus. Weil solche Infos auch selten auf den Internetseiten zu finden sind, machte sich die junge Frau ganz altmodisch ans Werk: Per Telefonbuch telefonierte sie die Blumengeschäfte in der Umgebung ab. Denen, die Lehrlinge gesucht haben, schickte sie ihre Bewerbung. Von Christian Hauser, der Blumengeschäfte in Oberaudorf und Brannenburg betreibt, kam zunächst die Einladung zu einem Kurzpraktikum, danach dann die Zusage.
Fischer konnte ihre Lehre im Betrieb in Brannenburg beginnen. „Ich habe mich so gefreut, dass ich einen Platz gefunden habe und den Beruf nun lernen durfte“, erinnert sie sich.

Inzwischen ist Fischer im zweiten Lehrjahr. Ihr Arbeitstag beginnt um 8 Uhr. Dann werden die Pflanzen aus dem Garten geholt und vor dem Laden ausgestellt. Wenn es recht heiß ist, müssen die Schnittblumen morgens aus der Kühlung geholt werden. Außerdem werden die Vasen frisch mit Wasser gefüllt und die Stile der Blumen frisch angeschnitten, damit sie lange halten. Tagsüber ist die Auszubildende damit beschäftigt, Sträuße zu binden und Kränze zu stecken. Abends werden die Pflanzen gegossen, bevor um 18 Uhr Feierabend ist.

Die Aufgaben der Auszubildenden wurden im Laufe ihrer Lehre immer anspruchsvoller. „Am Anfang ging es los mit dem Anschneiden der Blumen“, erzählt sie. Außerdem durfte sie schon mit zum Großhändler fahren, wo Christian Hauser ausgefallene Pflanzen holt, die nicht mit den täglichen Blumenlieferungen kommen. In der Berufsschule, die Fischer einmal die Woche in München besucht, stehen Fächer wie Pflanzenkunde oder die botanischen Namen auf dem Unterrichtsplan. Im Betrieb darf die Auszubildende schon Pflanzen und fertige Sträuße verkaufen. Dort lernt sie auch, wie ein schöner Strauß gebunden wird: Die Blumen sollen in einer schönen Spirale angeordnet sein, sauber angeschnitten sein, der Strauß soll eine ordentliche Bindestelle haben und harmonisch aussehen, erklärt sie. Ob die Blumen symmetrisch oder asymmetrisch, streng oder locker angeordnet sind, das sei eine Frage des aktuellen Trends und des persönlichen Geschmacks des Kunden.

Den zu treffen, das übrigens ist in der Floristen-Ausbildung die hohe Schule. Derzeit darf Fischer die Sträuße nach Kundenwunsch noch nicht anfertigen. Dabei gilt es immerhin, mit wenigen Vorgaben bezüglich Farbe, Blumenart oder Preis einen ansprechenden Strauß quasi aus dem Stegreif zu zaubern. Doch die Verkaufssträuße, die vorbereitet werden können, bindet Fischer bereits souverän. „Man muss einfach kreativ sein und braucht ein gewisses Farbgespür“, findet sie.

Ein gewisses handwerkliches Geschick sollte man auch mitbringen. Mit einem scharfen Messer etwa werden die Stile der Blumen angeschnitten, auch Ast- oder Drahtscheren sind im Einsatz. Das Ergebnis ist für Maria Fischer immer wieder erfüllend: „Mir gefällt, dass man sieht, was man gemacht hat“, sagt sie. Deswegen ist für die Auszubildende auch klar: Sie will nach ihrer Lehre auf alle Fälle weiter als Floristin arbeiten.

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