10. Börsentag Rosenheim

„Aktien bleiben alternativlos“

von Redaktion

Rund 1000 Besucher nahmen am 10. Rosenheimer Börsentag im Kuko Tipps und Empfehlungen rund um die Geldanlage mit nach Hause.

Rosenheim – Ob ein Ende der Nullzins-Phase in Sicht ist, wie es der Rosenheimer Börsenverlag als Tagesmotto in den Raum stellte, oder doch nicht: „Aktien sind immer alternativlos“, zeigte sich Verlagsgründer Thomas Müller überzeugt. Vom Börsenfan der ersten Stunde kann man keine andere Aussage erwarten. Doch Müller gab sich in seiner Festrede – außer dem zehnten Börsentag feierte man 30 Jahre Verlagsgeschichte und drei Jahre das hauseigene Produkt BCDI – auch nachdenklich. Immer wieder habe der Aktienmarkt ihn im Laufe der letzten Jahrzehnte auf den Boden der Tatsachen gebracht: „Wer denkt, er habe das System verstanden, dem wird gezeigt, dass er nichts weiß.“ Einzig wahr sei: „Die Akteure wechseln, das Spiel bleibt stets das gleiche.“ In seinem Vortrag führte Müller das Publikum im voll besetzten Saal durch die Höhen und Tiefen der Börsengeschichte seit den 1980er-Jahren. Einer Zeit des technischen Aufbruchs, in der auch der junge Student Thomas Müller seine ersten Gehversuche am Finanzmarkt machte und sich immer stärker in den Bann des „Spiels der Spiele“ (so der gleichnamige Titel des Börsenklassikers von Jesse Livermore, welches der Börsenverlag 1995 in Deutsch herausgab) gezogen fühlte. Müller gab den Besuchern als einen der ersten Tipps frei nach Börsenguru André Kostolany den Rat, die Börse und das Geld „heiß zu lieben, aber kalt zu behandeln“.

„Schauen Sie sich die Unternehmen genau an, in die Sie investieren – das ist wichtiger als die Frage, ob die Währung Dollar oder Euro ist.“

Thomas Müller

Das Wichtigste dabei, gab Müller den Gästen mit, sei stur die Regeln der Börse zu beachten und bei der Investition seines Vermögens in Aktien, Sachwerte und Gold auf die richtige Verteilung zu achten. Und: „Man kann mit jedem Budget mitspielen“.
Bei der Anlageaufteilung empfiehlt der Experte: „50 Prozent an der Börse investieren, 30 Prozent in Edelmetalle, 20 Prozent Cash“. Zweimal jährlich sollte eine Überprüfung der Anlagen stattfinden, um zum richtigen Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf einzelner Anlagen gerüstet zu sein. Fürs Aktiendepot rät Müller, auf Diversifikation zu setzen, also die Streuung von Vermögen auf mehrere Anlageobjekte. Am besten habe man dabei die Form einer Pyramide vor Augen: „Die Spitze stellen zehn Prozent spekulative Anlagen dar, 20 Prozent machen den Mittelbau aus dynamischen Anlagen aus und die Basis bilden 70 Prozent konservative Investments.“ Damit schlug der Verlagsgründer die Brücke zum eigenen „Baby“, dem BCDI-Zertifikat und dem BCDI-Aktienfonds. BCDI steht für „boerse.de-Champions-Defensiv-Index“. Das Zertifikat wurde 2014 eingeführt und hat laut Aussage des Börsenverlags seitdem ein Plus von 40,4 Prozent erzielt. Seit November 2016 gibt es zudem den BCDI-Aktienfonds. Man habe sich lange gegen Fonds gesperrt und „dagegen angeschrieben“, doch am Ende sei man dem Wunsch der Anleger nach einer Fondslösung nachgekommen. Diese investiert nun in die zehn Werte des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) sowie in „15 Aktien aus dem Universum der 100 internationalen Unternehmen, die sich im boerse.de-Aktienbrief als Champions qualifiziert haben.“

Wenn die Besucher am 10. Börsentag ein Schlagwort mitgenommen haben, dann dürfte dies der Begriff „Defensiv-Champions“ sein. Im Börsenverlag bezeichnet man damit Aktien, die nach den Kennzahlen der Performance-Analyse langfristig als die erfolgreichsten und sichersten der Welt gelten. Der BCDI filtert aus diesen nochmals besonders defensive Titel heraus, „die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen“, so der Verlag zum Thema „Champions“. Dahinter steckten globale Konzerne wie Colgate-Palmolive oder Reckitt Benckiser mit einer Zielgruppe von rund fünf Milliarden Menschen. „Das sind richtiglangweilige Aktien“, warf Müller provokant ins Publikum, „aber langweilige Aktien machen Sie langfristig reich.“

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