Landkreis – Das bayerische Handwerk hält sein Lehrlingsplus auch nach dem Start des Ausbildungsjahres: Bis Ende September registrierten die Handwerkskammern im Freistaat 27410 neue Lehrverträge. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem Zuwachs von 2,1 Prozent.
„Wir sind zuversichtlich, dass das Plus auch am Jahresende noch Bestand haben wird“, betont der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Franz Xaver Peteranderl. Rund 1500 der neuen Ausbildungsverträge wurden mit Menschen mit Fluchthintergrund geschlossen. Auch im Oktober ist der Start in einen Handwerksberuf noch möglich. „Jugendliche, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, können weiterhin Betriebe ansprechen und sich bei Kammern, Innungen und Verbänden nach offenen Ausbildungsplätzen erkundigen“, sagt der BHT-Präsident.
Dies gelte besonders für Abiturienten, die nicht ihren Wunschstudienplatz bekommen haben: „Eine Berufsausbildung im Handwerk bereitet vom ersten Tag an auf die spätere Tätigkeit vor und ist damit eine bessere Alternative als irgendein Studienfach, das nicht in einen konkreten Beruf mündet“, so Peteranderl. Die Vielfalt von rund 130 handwerklichen Lehrberufen zeigt auch die kostenlose App „Lehrstellenradar“. Dort gibt´s außerdem freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze. Die Nutzung der Website www.lehrstellen-radar.de ist denkbar einfach: Unter „Onlinesuche“ gibt der Schüler auf Lehrstellensuche einen Ort in seiner Nähe ein, etwa „83043 Bad Aibling“ und erhält eine Auswahl an Betrieben, die in den letzten Jahren ausgebildet haben und gleich einen Überblick über die dort möglichen Ausbildungsberufe. Dabei zeigt die App Unternehmen direkt vor Ort und solche im Umkreis von 25 Kilometern an. Wie weit man für eine Ausbildung fahren kann, lässt sich individuell einstellen. Auf einer Landkarte bekommt der Suchende die in Frage kommenden Betriebe mit Kontaktdaten präsentiert. Das ist auch nötig, denn eines kann die App nicht ersetzen: Den persönlichen Anruf beim Betrieb, ob denn aktuell oder später eine Lehrstelle frei ist. Umgekehrt lässt sich auch direkt der erwünschte Ausbildungsberuf suchen. Wer im Augenblick in Wasserburg eine Ausbildung zum Zahntechniker machen möchte, bekommt aktuell den Hinweis, dass die Suche keine Treffer ergab, der Datenbestand aber „in Kooperation mit den zuständigen Handwerkskammern laufend ausgebaut“ werde. Dann heißt es: anderen Ort eingeben oder auf die etwas altmodische Art und ganz ohne App ein paar Praxen vor Ort abklappern. Die App lässt sich einfach direkt aufs Handy laden. Der Lehrstellenradar lebt davon, dass auch regelmäßig Stellen gemeldet werden. Firmen können dies bequem über die Website tun und ihre Daten hinterlegen. sen