Rosenheim – Die 45. Rosenheimer Fenstertage sind gestern zu Ende gegangen und wieder haben die internationalen Gäste – Experten und Dienstleister für Fenster, Türen, Fassaden, Tore und Bauteile – neuestes Fachwissen mit nach Hause genommen. Vermittelt hat ihnen dieses der Gastgeber, das Rosenheimer Institut für Fenstertechnik (ift).
Im Vorfeld hatte das ift die Presse sowie Fachbesucher zur Konferenz geladen, um über Neuigkeiten aus dem Institut zu berichten. Vorstand Bernhard Helbing gab einen Ausblick über die Branchenentwicklung und zeigte sich nachdenklich angesichts der immer schneller mit sogenannten Smart-Home-Lösungen auf den Markt drängenden Global Player wie Google, Apple oder Alphabet: „Dadurch besteht die Gefahr, dass die Preis- und Wertschöpfungspotenziale für die Hardware, also Fenster und Türen, geringer werden und die Branche diese Entwicklung anderen Unternehmen überlässt.“
Die Digitalisierung selbst dagegen sowie Fenster und Türen mit elektrischem Antrieb sieht man am ift als Chancen, zeitgemäße Lösungen für den Endkunden anzubieten. Prof. Ulrich Sieberath, zuständig für Technik, Normung und Strategie beim ift, prophezeit den Fensterbauern, sich auf „Smart Home“ einzustellen, und zwar am besten innerhalb der nächsten fünf Jahre, um noch auf den Zug aufzuspringen. Fenster und Türen mit technischen Raffinessen müssen allerdings auch geprüft werden, was man im neu eingerichteten ift-Labor anbieten kann.
Neu ist auch die Kooperation zwischen dem ift und der weltweit tätigen Prüf- und Zertifizierungsstelle UL. Damit könne man insbesondere die Position im internationalen Brandschutzgeschäft stärken, so Helbing. Außerdem hat man beim ift im Gewerbegebiet Am Oberfeld eine neue Forschungsstelle für Ringversuche installiert und beschäftigt seit Kurzem auch eine hauseigene Stelle für Sonderanfragen: Hier setzt sich ein ift-Experte mit Gutachten und Schäden auseinander.
Dr. Jochen Peichl zeigte sich positiv gestimmt angesichts der neuesten Kennzahlen des ift. So soll der Gesamtumsatz in 2017 bei 21,5 Millionen Euro liegen – eine halbe Million mehr als in 2016. Mahnende Worte richtete Ulrich Sieberath abschließend an die Prüfbranche, in der Prüfer offenbar immer wieder beschönigte Produktparameter unhinterfragt vom Hersteller übernehmen: „Hier lässt die Seriosität oftmals zu wünschen übrig.“ Im Gegensatz dazu stehe das neue „ift-geprüft“-Zeichen für die Unabhängigkeit und Neutralität des wissenschaftlichen Rosenheimer Instituts und helfe den Kunden, die Verlässlichkeit von Prüfergebnissen einzuordnen. sen