Unternehmen im ländlichen Raum brauchen noch Geduld

von Redaktion

Traunstein über Bayern-Durchschnitt, aber: „Luft nach oben“

Traunstein – Sehr gute Rahmenbedingungen, aber mit Luft nach oben: Dieses Fazit zum Landkreis als Wirtschaftsstandort zog der IHK-Regionalausschuss Traunstein in seiner jüngsten Sitzung bei der Firma Kreiller, an der auch IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen und Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel teilnahmen.

Welche Stellung Traunstein innerhalb Oberbayerns hat, erläuterte Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. „Unser Landkreis steht nicht in Konkurrenz mit den Nachbarkreisen. Wir sehen uns stattdessen als ländlichen Raum im Spannungsfeld zwischen den beiden Zentren München und Salzburg“. In vielen Indikatoren schlage Traunstein den bayerischen Durchschnitt – allerdings könne laut Seeholzer der Standortbedarf für innovative Unternehmen vielfach nicht in absehbarer Zeit erfüllt werden. IHK-Standortexperte Andreas Fritzsche bestätigte diese Einschätzung. Insgesamt hat das Gewerbeflächenpotential laut den Angaben der Kommunen im IHK-Standortportal Bayern zwischen 2011 und 2016 um fast zwölf Prozent auf 60 Hektar abgenommen. Dieses Angebot ist im Landkreis mit 0,9Hektar pro 1000 Sozialversicherungsbeschäftigte zwar geringfügig höher als im oberbayerischen Durchschnitt, es liegt aber deutlich unter dem bayerischen Wert von 2,1 Hektar. Doch selbst wenn es verfügbare Flächen gebe, müsse oft noch ein langwieriges Bebauungsplanverfahren gemeistert werden, erklärten einige der anwesenden Unternehmer. „Wer expandiert oder sich neu niederlassen möchte, braucht viel Durchhaltevermögen“, fasste Ausschuss-Vorsitzender Nikolaus Binder die Diskussion zusammen. Einen starken Standort mache etwa eine gute Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur aus, machte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen deutlich. „Insbesondere beim Mobilfunk muss die Politik zunächst noch für ein flächendeckendes 3G-Netz und LTE sorgen – das ist im ländlichen Raum leider weiterhin nicht überall der Fall“, gab der IHK-Chef zu bedenken. Erst wenn diese Punkte geklärt seien, dann könne man auch über 5G sprechen. re

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