Integration von Flüchtlingen

Integration am Arbeitsmarkt durch regionales Engagement

von Redaktion

Fast 200 junge Erwachsene mit Fluchthintergrund absolvieren in Rosenheim und Traunstein eine Ausbildung

Rosenheim/Traunstein – Derzeit absolvieren 133 junge Erwachsene aus Fluchtherkunftsländern eine Ausbildung bei IHK-Betrieben in Stadt und Landkreis Rosenheim, 73 von ihnen haben die Lehre zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September begonnen. Das geht aus der aktuellen Statistik der IHK für München und Oberbayern hervor. Die meisten Azubis aus Fluchtherkunftsländern kommen aus Afghanistan (31), Syrien (6) sowie Eritrea und Somalia (jeweils 4). IHK-Mitgliedsunternehmen, die Geflüchtete in Ausbildung übernehmen möchten, können sich seit über einem Jahr zur Beratung an ein eigenes Integrationsteam der IHK wenden. Unternehmen im Raum Rosenheim unterstützt die Integrationsberaterin Stefanie Gutzeit. Sie berät zu allen praktischen, rechtlichen und interkulturellen Fragen, aber auch zu Anerkennungsverfahren sowie Förder- und Begleitmöglichkeiten. „Der Bedarf nach kompetenter Beratung rund um das Thema Integration hat bei den Unternehmen zugenommen. Aufklärungsarbeit müssen wir auch bei den Geflüchteten selbst leisten, die zwar grundsätzlich sehr motiviert sind, aber oftmals zu wenig oder falsche Vorstellungen über den deutschen Arbeitsmarkt haben“, fasst Gutzeit ihre bisherigen Erfahrungen zusammen. Das bestätigt auch Marie-Cathérine Rausch, die als Integrationsberaterin ihre Kollegin Stefanie Gutzeit im Raum Traunstein unterstützt.

„Die Integration ist eine Chance für die Betriebe, Mitarbeiter zu finden.“

Andreas Bensegger

Kleinere und mittlere Unternehmen, so Rausch, seien bei der Aufnahme Geflüchteter flexibler und offener als große Betriebe. Das IHK-Integrationsteam wurde im Rahmen des Integrationspakts Bayern, den die bayerische Staatsregierung 2015 mit der Wirtschaft im Freistaat geschlossen hatte, aufgebaut. Im Sinne einer bürokratischen Entlastung für Betriebe, Geflüchtete und Berufs-schulen fordert die IHK eine Stichtagsregelung. Allen Flüchtlingen, die sich bereits in Deutschland befinden sowie beruflich qualifiziert oder in einer Ausbildung sind, soll ein gesicherter Aufenthalt über das Zuwanderungsgesetz ermöglicht werden, ohne einer vorherigen Rückkehr in ihr Heimatland.

Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim, ist überzeugt: „Die Unternehmen sind realistisch: Weder gelingt Integration von heu-te auf morgen, noch können fehlende Fachkräfte allein durch Flüchtlinge kompensiert werden. Trotz aller Herausforderungen ist und bleibt die Integration eine große Chance für die Betriebe, neue Mitarbeiter zu finden. Gleichzeitig beteiligen sie sich an einer sehr dringlichen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe“. Im Nachbarlandkreis Traunstein sind aktuell 54 junge Erwachsene aus Fluchtherkunftsländern in Ausbildung bei IHK-Betrieben. Überwiegend kommen sie aus Afghanistan (28), Syrien (7) sowie Eritrea und Irak (jeweils 3). Unternehmen aus den Kreisen Rosenheim und Traunstein erreichen Integrationsberaterin Stefanie Gutzeit zur Beratung telefonisch unter 089/51162056 oder per E-Mail an gutzeit@muenchen.ihk.de. Marie-Cathérine Rausch ist erreichbar unter Telefon 08031/5116-2055. re

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