Christian Göttlinger
Rosenheim –Heiligabend fällt heuer auf einen Sonntag: Sollen die Geschäfte zumindest stundenweise öffnen? Wie sieht es aus mit den verkaufsoffenen Sonntagen? Fragen, die derzeit viel diskutiert werden. Maria Reiter ist Rosenheims Ortsvorsitzende des Handelsverbands Bayern (HBE). Was den 24. Dezember angeht, bittet sie, „die Kirche im Dorf zu lassen“: Denn gesetzlich sei die Öffnung an diesem Tag ohnehin nur Geschäften erlaubt, die überwiegend Lebens- und Genussmittel verkaufen, „und das nur drei Stunden lang und höchstens bis 14 Uhr.“ Eine Ausnahme bildet hier laut HBE der Verkauf von Christbäumen. Der HBE gab indes bekannt, dass einige große Lebensmittelhändler sich bereits gegen eine Öffnung am 24. Dezember entschieden hätten, darunter Aldi Süd, Lidl, Norma, Kaufland, Penny, Rewe und Edeka.
Laut HBE gilt beispielsweise für Bahnhöfe in 2017 für Heiligabend eine Sonderregelung: So dürfen sie an diesem Tag bis maximal 17 Uhr öffnen. Generell, so Maria Reiter, hätten die Rosenheimer Einzelhändler nicht vor, an den bisher vier verkaufsoffenen Sonntagen, die es im Jahr gebe, zu rütteln.
Christian Göttlinger, Kreisvorsitzender des Handelsverbands Bayern für den Landkreis Mühldorf, warnt sogar: „Traditionelle, verkaufsoffene Sonntage wie den Mantelsonntag soll es ruhig weiterhin geben, aber eine allgemeine Sonntagsfreigabe würde den Einzelhandel zu weit ausdünnen. Gegenüber Betrieben, die Freitagmittag oft schon schließen, oder Behörden, bei denen man nachmittags oft schon niemanden mehr erreicht, ist der Einzelhandel klar im Nachteil.“
Eine Stellungnahme der Karstadt Warenhaus GmbH zum Thema war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten. Die Kaufhauskette, die auch in Rosenheim eine Filiale unterhält, hat deutschlandweit in zahlreichen Filialen an den sechs Sonntagen vor Weihnachten zum Verkauf geöffnet. sen