Rosenheim – „Gibt es in Rosenheim überhaupt eine Gründerszene und wenn ja, wo ist sie denn?“ Eine Frage, die sogar bei den Gründern selbst im Raum zu stehen scheint, wie sich im Lauf dieser Woche zeigte, die bis zum heutigen Freitag dieser Zielgruppe gewidmet war. In verschiedenen Veranstaltungen kamen Gründungswillige und Jungunternehmer zusammen, vielfach trafen sie erstmals auf Gleichgesinnte und konnten Kontakte zu ihnen, Unterstützern und möglichen Partnern knüpfen. Wer in Rosenheim aus der IT kommt, hat es da offenbar etwas leichter, vor allem, wenn er an der Rosenheimer Hochschule studiert und einen Schwerpunkt auf die Informatik gelegt hat (siehe Interview rechts). Wie Prof. Dr. Bernhard Holaubek bestätigt, haben „zwei von drei IT-Firmen einen Bezug zur Hochschule oder sind Absolventen.“ So, wie die Gründer von InnFactory, Tobias Jonas, Anton Spöck und Maximilian Grassl zum Beispiel: Sie sind Software- beziehungsweise Wirtschaftsingenieure und kennen sich aus dem Studium, das für die Mittzwanziger noch gar nicht so lange her ist. Manche Gründer sind so schnell, dass sie sogar noch fertig studieren müssen, wie etwa Alexander Gebhardt und Christian Patzner: Wenn sie nicht im Vortragssaal sitzen, bringen sie ihren IT-Service Page-it voran, für den sie im Gründerzentrum „Stellwerk 18“ ein Büro angemietet haben und das seit seiner Gründung im Sommer 2016 laufend Privat- und Firmenkunden gewinnen konnten. Im „Stellwerk 18“ treffen Gründer aus dem digitalen Bereich auf Ihresgleichen, aber auch auf erfahrene Ansprechpartner wie Zentrumsmanager Patrick Huber. Ein ähnlicher Treffpunkt ist im „Innocafé“ der Firma Kathrein in der Gießereistraße entstanden, in dem sich zu bestimmten Veranstaltungsterminen Start-ups zum Netzwerken einfinden. Die Gelegenheit dazu boten in dieser Woche beide Einrichtungen und das „Stellwerk 18“ öffnete seine Türen auch für andere Interessierte. Nach den Vorträgen, Kennenlern-Runden und Einblicken in die Erfahrungen anderer Jungunternehmer sind sich viele Gründer branchenübergreifend untereinander ein wenig näher gekommen. Was sie eint, ist die Lust auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. „Auf gar keinen Fall“, sagt InnFactory-Gründer Tobias Jonas, wolle er einen festen Job in der freien Wirtschaft, und seine Mitgründer pflichten ihm bei. Die Erfahrungen, die sie während diverser Praktika in größeren Unternehmen sammeln konnten, seien für sie eher abschreckend gewesen: „Es fehlt der Raum zur freien Entfaltung“, war die einhellige Meinung. Ihnen ist wichtig, zunächst ihrer Passion, dem sogenannten Cloud Engineering, nachgehen zu können. „Dann kommt auch der Erfolg.“ sen