vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.v.

„Noch sind wir hier wettbewerbsfähig“

von Redaktion

Vorstandsmitglieder von vbw und bayme vbm äußerten Erwartungen der Wirtschaft an Politik

Rosenheim – Zum Hintergrundgespräch hatte die Bezirksgruppe München-Oberbayern der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) zusammen mit den Verbänden der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (bayme vbm) nach Rosenheim geladen.

Als Gesprächspartner formulierten die Vorstandsmitglieder der bayme vbm Region Südostbayern ihre Erwartungen an die Politik zu den Themen Fachkräftemangel, Digitalisierung, Soziales, Verkehrs- und Infrastruktur: Felix Kleinert, Geschäftsführer der Netzsch Pumpen und Systeme GmbH Waldkraiburg, Klaus Rutz, Geschäftsführer der Ecolab Engineering GmbH aus Siegsdorf, Dr. Peter Schöttl, Geschäftsführer der Siloking Mayer Maschinenbau GmbH aus Tittmoning sowie Anton Klaus Kathrein von der Kathrein Werke KG, Vorsitzender der bayme vbm Region Südostbayern. Marc Hilgenfeld, Geschäftsführer der bayme vbm Geschäftsstelle München-Oberbayern moderierte die Runde.

„Globale Konkurrenz, digitale Transformation und Fachkräftemangel: Unsere Unternehmen stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Um sie zu meistern, brauchen sie die passenden Rahmenbedingungen. Die künftige Bundesregierung muss nach Jahren ausgedehnter Sozialpolitik die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts stärken und wieder mehr Wirtschaft wagen“, fasste Anton Klaus Kathrein, der die Runde eröffnete, zusammen. Speziell für Südost-Oberbayern sieht Kathrein die Notwendigkeit, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau modernster digitaler Infrastruktur vorantreibt. Dazu gehöre maßgeblich der Breitbandausbau. „Das Ziel muss sein, bis 2020 eine flächendeckende Versorgung mit 100 Mbit zu erreichen.“ Der Mobilfunk müsse zeitgemäßen Anforderungen entsprechen, zu groß seien noch die Netzschwankungen: „Wer einmal versucht hat, im Verlauf der B15 eine Telefonkonferenz im Auto zu führen, weiß, wovon ich spreche.“

Der Ausbau der B15 neu zwischen Regensburg und Rosenheim sowie die Fertigstellung der A94 waren weitere Erwartungen, die Kathrein ansprach.

Die aktuellen Forderungen der IG Metall nach einer 28-Stunden-Woche und nach einer sechsprozentigen Lohnerhöhung lehnen die Vertreter beider Verbände ab. Die Forderungen seien „Gift für unsere Wirtschaft“. Eine derartige Arbeitszeitverkürzung passe nicht in die heutige Arbeitswelt. Insgesamt summiere sich der Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit dem geforderten Teillohnausgleich auf über 33000 Vollzeitarbeitsplätze in Bayern. „Das wäre in Zeiten des Fachkräftemangels verheerend“, so Kathrein, dem Kleinert, Rutz und Schöttl beipflichteten. Kleinert warnte, die „überzogene Forderung“ der IG Metall sei ein Signal an Unternehmen, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Ein Grund, weshalb man am Standort festhalte, sei, dass man „hier noch wettbewerbsfähig sei.“ Die Anwesenden waren sich allerdings einig, dass Arbeit flexibler zu gestalten sei. sen

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