IHK regionalausschuss Rosenheim

„Mitarbeiter stärker für Cybercrime-Gefahren sensibilisieren“

von Redaktion

Neue Datenschutz-Grundverordnung tritt kommenden Mai in Kraft

Rosenheim – IT-Sicherheit und Datenschutz müssen im Betrieb Chefsache sein: Zu dieser Schlussfolgerung kamen die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Rosenheim bei ihrer jüngsten Sitzung bei der Brauerei Flötzinger. „Täglich werden an die 30 Milliarden Spam-Mails versendet, hinzu kommen rund 300000 neue Viren pro Tag“ erklärte Gast-Experte Witgar Neumaier vom Fachkommissariat „11 – Cybercrime“ des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Er warnte die anwesenden Unternehmer vor der Zunahme von „CEO-Frauds“, bei denen gefälschte Mails mit der Aufforderung zur Überweisung hoher Geldbeträge im Namen der Geschäftsführer an die Mitarbeiter versendet werden. Gefährdet sind Unternehmen ebenfalls durch Erpressungssoftware. „Seit 2016 haben Betriebe in den Landkreisen Rosenheim und Miesbach über 40 Fälle angezeigt, bei dem Verschlüsselungstrojaner den Zugriff auf Firmendaten gesperrt hatten“, so Neumaier. Auf Erpressungsversuche solle aber nicht eingegangen werden.

Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, appelliert deshalb an die Wirtschaft im Landkreis: „Selbst wenn keine wirtschaftlichen Schäden entstehen, sollen alle Betrugsversuche bei der Polizei angezeigt werden. IT-Sicherheit verdient höchste Priorität. Gegen Cybercrime helfen nicht nur eine technische Infrastruktur, sondern vor allem sensibilisierte und aufgeklärte Mitarbeiter. Der Faktor Mensch ist ausschlaggebend“, so der Rosenheimer Unternehmer. Bensegger erinnerte außerdem an die neue Datenschutz-Grundverordnung, die ab Mai 2018 in Kraft tritt. Unternehmen werden dann unter anderem dazu verpflichtet, Datenpannen zu melden und Geschädigte zu informieren. Andernfalls können empfindliche Geldstrafen drohen. Andreas Stürzl, IT-Experte und Ge-schäftsführer von Inter@aktiv EDV aus Stephanskirchen, empfahl in seinem Vortrag deshalb auch kleinen und mittleren Betrieben eine Überprüfung ihrer Informations- und Kommunikationssysteme auf mögliche Sicherheitslücken.

Abschließend informierte Bensegger über eine personelle Änderung im IHK-Regionalausschuss: Auerbräu-Geschäftsführer Ferdinand Steinacher verlässt das Gremium, für ihn rückt Dr. Helmut Schwarz, Werkleiter bei der Krones AG, nach. re

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