Neutraubling/Rosenheim – Im März 2018 können die Mitarbeiter der Krones AG insgesamt 85 Betriebsräte neu wählen. Kurz vor dem Ende der vierjährigen Amtszeit schloss der Betriebsrat jetzt noch zukunftsweisende Vereinbarungen mit dem Vorstand der Krones AG ab, wie der Konzern mitteilte. Vor allem ging es dabei um die Beschäftigungs- und Standortsicherung.
Seit 1960 gibt es das Betriebsratsgremium bei Krones. Die Arbeitnehmervertreter diskutieren durchaus auch heftig mit ihrem Arbeitgeber, wie Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender Werner Schrödl erzählt. „Am Ende des Tages haben wir uns aber immer die Hand gegeben und in die Augen schauen können“, sagt er. Konfrontation sei nicht zielführend: Ein Betriebsrat müsse auch wirtschaftlich denken, dann können Lösungen erreicht und vor allem Arbeitsplätze gesichert werden. Wesentlicher Erfolgsfaktor sei die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Betriebsratsgremien im Gesamtbetriebsrat.
Vor Kurzem wurde zwischen Betriebsrat und dem Vorstand der Krones AG eine Neuauflage der im Jahr 2018 auslaufenden Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungs- und Standortsicherung beschlossen. Am 1. Januar 2018 tritt diese Betriebsvereinbarung in Kraft. Ihre Laufzeit beträgt fünf Jahre. Sie endet somit vereinbarungsgemäß am 31. Dezember 2022.
Festgelegt ist in dieser Betriebsvereinbarung, dass alle fünf deutschen Krones Standorte erhalten bleiben und dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. „In der heutigen schnelllebigen Zeit ist ein sicherer Arbeitsplatz absolut wichtig“, betont Schrödl, weshalb man noch mit Nachdruck an der Neuauflage der Betriebsvereinbarung gearbeitet habe. Denn Angst um den Arbeitsplatz sei immer ein schlechter Begleiter. Dagegen steigere eine sichere Perspektive die Motivation, und davon profitiere auch der Arbeitgeber. Krones investiert nach eigener Aussage „kräftig“ in seine deutschen Standorte und in Projekte wie das der „Fabrik der Zukunft“, darüber hinaus aber auch im Rahmen des Projekts „Global Footprint“ in den Ausbau seiner internationalen Präsenz sowie eines Werks in Ungarn. Aus diesem Grund habe der Betriebsrat im Herbst dieses Jahres mit dem Vorstand der Krones AG den Interessenausgleich „Global Footprint“ abgeschlossen. Dabei sei unter anderem vereinbart worden, dass die betroffenen Mitarbeiter einen adäquaten Arbeitsplatz am gleichen Standort bekommen.
Betriebsrat erweitert sein Gremium im neuen Jahr
Seit der letzten Betriebsratswahl im Jahr 2014 konnten zahlreiche Vereinbarungen und Regelungen getroffen werden, wie Schrödl mitteilt. Möglich sei dies nur, wenn Vorstand und Betriebsrat sachlich und fair ihre Argumente austauschten und an einer für beide Seiten akzeptablen Lösung arbeiteten. So einfach dies auch klinge, bis genau dieses Ziel erreicht sei, „können jedoch Wochen voller harter Diskussionen vergehen.“ Ähnlich sieht das auch der Krones Vorstandsvorsitzende Christoph Klenk: „Der Erfolg des Unternehmens hängt von engagierten und motivierten Mitarbeitern ab. Eine intensive Kommunikation mit den Mitarbeitern und damit deren Vertretung, dem Betriebsrat, ist daher unabdingbar.“
Der gesamte Betriebsrat der Krones AG besteht derzeit aus 83 Mitgliedern. Aufgrund der gestiegenen Beschäftigtenzahl wird sich auch die Zahl der Betriebsratsmitglieder im Jahr 2018 auf 85 Mitglieder erhöhen: am Hauptsitz in Neutraubling werden es dann 35, am Standort in Rosenheim 15, in den weiteren Niederlassungen in Nittenau, Flensburg und Freising jeweils 13 beziehungsweise elf Betriebsratsmitglieder sein. Probleme, Kandidaten für den Betriebsrat zu gewinnen, habe es nicht gegeben, wie Schrödl informiert. Dass die Wahlbeteiligung bei der Wahl 2018 ebenso hoch sein wird wie bereits in den Jahren zuvor, würden sich die Arbeitnehmervertreter erhoffen. re