Modedesign

Ein Faible für Farbe und Formen

von Redaktion

Im Hauptberuf befasst sich Designerin Luise Doll mit Röcken und Kleidern. Zuhause widmet sie sich ihrer eigenen Kollektion aus Schals und Strümpfen.

Söchtenau – Selbst in ihrer Freizeit widmet sich Luise Doll, hauptberuflich Modedesignerin bei einem internationalen Modelabel in der Region Rosenheim, ihrer Leidenschaft, dem grafischen Design und dem handwerklich-kreativen Umgang mit verschiedensten Materialien und Techniken. Und so hat sie von zu Hause aus eine eigene kleine Kollektion an Strümpfen und Schals entworfen, denen man diese Leidenschaft anmerkt, sind sie doch Schmuck und Mode-Statement zugleich. Im Alltag befasst sich die Designerin mit dem Herstellungsprozess und der Stoffauswahl von Damenmode, genauer gesagt, mit Röcken und Kleidern. Auch ihr Partner kommt aus der Branche. Mit ihm lebt sie in einer großzügig ausgebauten Dachgeschosswohnung auf dem Gut Siferling bei Söchtenau, hier entwirft und produziert sie hauchzarte Schals und Damenstrümpfe.

Braucht sie nicht mal eine Pause vom Kreativ-Sein? Nein, die Frage stelle sich ihr nicht, sagt Luise Doll und lächelt. In ihrem Zuhause zeigt sich die Lust der beiden Bewohner am Gestalten. „Als Modedesignerin in einem großen Label bin ich Teil des Ganzen, da arbeite ich für das Unternehmen“, beschreibt sie ihren Beruf. Ganz anders verhalte es sich beim Designen daheim. „Da kann ich etwas wachsen lassen“, das Motiv müsse erst entstehen und dafür brauche es Zeit. Zeit, die sie sich nimmt, wann immer sie Lust und Muße hat. Und so hat jedes Teil ihrer Kollektion eine eigene Bedeutung für sie. Auf den hautfarbenen („nude“) Seidenstrumpfhosen ist beidseitig ein Vogelschwarm aufgedruckt.

Liebe zu

grafischen Mustern

Der Vogel stehe als Motiv für die Natur, und Schwarm bedeute Bewegung und Dynamik, beschreibt Doll ihre Motivwahl. Das Ganze sei zeitlos, also keinem Trend unterworfen. Die seidigen Schals ebenso, stehen sie doch eigenständig mit ihren grafischen Mustern in beige, rosa und grau.

Luise Doll sagt selbst, gerade das sei das Spannende, in ihren Motiven und Mustern einen eigenen Stil zu entwickeln. Ihre Produkte sollen als Accessoires die Trägerin schmücken. Aber noch wichtiger ist ihr das Handwerkliche. Viel Zeit habe sie investiert, bis sie die richtige Farbmischung für den Siebdruck auf Nylon hatte. Auf einem Stahlrahmen, den sie bei einem Freund in Schechen hat anfertigen lassen, ist Gaze aufgezogen, in die sie ihre Vogelschwarmmotive aufgezeichnet hat. Mit einem Rakel zieht sie dann die Farbe über ein Model aus Pappe. Sobald die Farbe getrocknet ist, wiederholt sie alles nochmal von der anderen Seite des Strumpfes. Auf diese Weise schaue es aus, „als ob der Schwarm ums Bein herumfliegt“. Da schwingt wahre Lust am Handwerklichen mit, am Experimentieren und am Kreativen. Kein Wunder, hat Luise Doll, geboren in Weimar, schon als Schülerin am Goethe-Gymnasium in Schwerin mit der Kunst geliebäugelt. Der Design-Faden spann sich weiter, erst Praktika in einem Maß-Atelier und als Kostümbildnerin in Dresden, dann Studium auf der Burg Giebichenstein an der Kunsthochschule Halle an der Saale. Nach dem Abschluss ging sie für zwei weitere Praktika zuerst nach Berlin, zu Wunderkind, der deutschen Modemarke, die gemeinsam von Designer Wolfgang Joop und Edwin Lemberg 2003 in Potsdam begründet wurde, dann nach Antwerpen zum belgischen Mode-Designer Christian Wijnants. Dann machte sie noch ihren Master in „Conceptual Fashion Design“ in Halle, ehe es sie ins südöstliche Oberbayern verschlug. „Das hat sich alles halt immer so gefügt“, gesteht sie freimütig. Die Liebe zum Entwerfen begleitet sie schon ihr ganzes Leben, genauso wie die Lust am Neuen, an der handwerklichen Arbeit. Sie hat schon weitere Ideen, nicht nur im modischen, sondern auch im textilen Bereich. Kissen, vielleicht Bezüge? Mal sehen, ist Luise Dolls Motto, es wird sich bestimmt wieder alles für sie fügen. Ihre Schals und Strumpfhosen verkauft sie momentan über ihre Website, man kann die Kreationen auch in Augenschein nehmen: am kommenden Samstag und Sonntag, dem dritten Adventswochenende in den Rosenheimer Posthöfen.

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