Verbrauch von Milchprodukten

Butter für (fast) alle Lebenslagen

von Redaktion

Der Verbrauch von Milch und Milchprodukten ist in Deutschland seit Jahren auf konstant gleich hohem Niveau. Butter und Joghurt stehen dabei ganz oben auf der Liste. Nach welchen Verbraucher-Vorlieben produzieren Molkereien und Käsereien in der Region?

Wasserburg/Waging – Ob Milch „müde Männer munter macht“, wie ein Werbeslogan der Milchwirtschaft in den 1950er-Jahren dem Verbraucher weismachen wollte, daran werden sich wohl noch weitere Jahrzehnte die Geister scheiden. Die Bandbreite an Milchprodukten ist riesig und viele bekannte Marken kommen aus der Region Südost. Butter beispielsweise. Ihr Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag laut Milchindustrieverband (MIV) zuletzt bei sechs Kilo; ein Wert, der im Lauf der vergangenen Jahre relativ konstant geblieben ist. Das stellt man auch bei der Molkerei Meggle in Wasserburg fest.

Das Kernprodukt, die überregional abgesetzte „Alpenbutter“ sei ein Klassiker. Seit einigen Jahren besteht bereits die Nachfrage nach „leichter“ Butter, die im Normalfall 82 Gramm Fett pro 100 Gramm enthält. Meggle hat mit der Produktion einer Joghurtbutter geantwortet, die 20 Prozent weniger Fett als etwa Süßrahmbutter enthält. So mancher plagt sich nicht gern mit dem Streichen seines Butterbrotes, sondern greift inzwischen lieber zu Butterprodukten, die schon streichbar aus dem Kühlschrank kommt. Auch Meggle hat so eine „streichzarte“ Butter im Sortiment. Wer schon einmal auf die Schnelle einen Kuchen backen wollte und dann minutenlang harte Butterklümpchen im Teig verrühren musste, hat längst die Möglichkeit, das nächste Mal beim Einkaufen zu einer speziellen Butter zum Backen zu greifen. In Wasserburg läuft daher längst auch eine Butter vom Band, die, weil mit Rapsöl verfeinert, gleich die richtige Konsistenz etwa zum Kneten und Rühren hat. Jeder Situation die passende Butter, könnte das als Fazit lauten.

Von der Butter geht´s weiter zu einem ebenso beliebten Lebensmittel der Deutschen, dem Fruchtjoghurt. Davon lassen wir uns im Jahr immerhin 11,3 Kilo schmecken (2011 waren es noch 14, 3 Kilo laut MIV). Ein regionaler Hersteller unter anderem von Joghurt ist die Wasserburger Privatmolkerei Bauer. Über 40 Geschmacksrichtungen gebe es insgesamt, so die Molkerei, die beliebtesten Sorten seien bei Groß wie Klein „Erdbeere“, „Kirsche“, „Vanille“ und „Pfirsich Maracuja“. Dazu kommen Saison- und Sondereditionen wie für die Fußball-WM und Kinderjoghurts mit Lizenzcharakteren wie „Prinzessin Lillifee“. Bechergröße, Fettanteil, Konsistenz und Sorten sind dabei an die Vorlieben der kleinen Verbraucher angepasst.

So sehr das Wort „Frucht“ beim Fruchtjoghurt auch im Vordergrund stehen mag, Zucker ist dennoch drin. Bauer hat darauf reagiert und vor fünf Jahren das Sortiment „Weniger Zucker“ aufgenommen, das unter anderem mit Stevia gesüßt wird. „Es wurde gemeinsam mit dem Diabeteszentrum in Burghausen entwickelt“, so die Molkerei. Auch viele laktosefreie Produkte werden mittlerweile in Wasserburg erzeugt für diejenigen Verbraucher, die den natürlichen Milchzucker aus Molkereiprodukten nicht vollständig verdauen können. Auch an die Veganer denkt man: Die Joghurtsorten „Mango-Maracuja“ und „Beerenmüsli“ kommen ohne tierische Bestandteile aus und basieren auf Lupinen- und Kokosbasis. „Wir verzichten unter anderem aus Gründen der Nachhaltigkeit bei der Entwicklung der Produkte bewusst auf den Einsatz von Soja.“

Die Bayern

mögen‘s würzig

Auch Käse gehört zu den Milcherzeugnissen, von denen die Deutschen kiloweise verzehren. Eine besondere Sorte darunter ist der Weichkäse. 2,2 Kilo davon steht auf unserem Speiseplan pro Kopf und Jahr. In Waging am See entsteht der weiche, runde „Almkäse“ der Bergader Privatkäserei. Hier werden im Jahr täglich etwa eine Million Kilogramm Milch verarbeitet. Ein weiteres Aushängeschild ist der „Bavaria Blu“, ein Weichkäse mit Blauschimmel. Er ist der Beweis dafür, dass in Bayern mal wieder vieles anders läuft als anderswo: Während in Deutschland sonst eher milder Käse bevorzugt werde, so die Käserei, habe man festgestellt, dass sich entgegen dieses Trends die würzigen und kräftigen Sorten in den letzten Jahren gut entwickelt hätten.

Zuletzt noch eine Nachricht für alle, die etwas für ihre Knochen tun wollen, aber mit Milch, für viele der Kalziumlieferant Nummer eins, nichts anzufangen wissen: 200 Gramm Grünkohl enthalten die gleiche Menge Kalzium wie eineinhalb Gläser fettarme Milch.

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