handwerk

Was bringt neue Initiative für Fachkräfte?

von Redaktion

Bad Endorf – Bayerns Handwerk startete jüngst mit seinen grenznahen Kammern eine neue Initiative zur Gewinnung von Fachkräften. In Regensburg gibt es dafür jetzt ein eigenes Fachkräftezentrum, das Kompetenzen bündeln soll. Die OVB-Heimatzeitungen haben Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots dazu befragt.

Wie thematisieren die Handwerker im Moment den Fachkräftemangel?

Wir konzentrieren uns sehr stark auf die Ausbildung, für uns die beste Antwort auf schwindende Fachkräfte. Ein zentrales Thema ist und bleibt daher, wie wir Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung begeistern können. Die Kreishandwerkerschaft plant zum Beispiel eine Messe mit den drei Berufsschulen Rosenheim, Bad Aibling und Wasserburg, um mit Schülern, Lehrern und Eltern mehr ins Gespräch zu kommen. Vorstellbar wäre auch, schon auf die Übertrittsklassen der Grundschulen zuzugehen.

Welche Rolle spielen Flüchtlinge bei der Fachkräfte-Gewinnung in der Region?

Gerade befinden sich 1200 junge Flüchtlinge in unseren Berufsschulen und die Handwerksbetriebe wollen sie auch in Ausbildung bringen. Das Engagement in dieser Hinsicht ist bei uns wirklich groß. Ein Problem dabei ist, dass Ausbildung gerade fürs Handwerk eine Investition in die Zukunft ist und diese durch den Entzug der Aufenthaltsgenehmigung des Flüchtlings in Gefahr gebracht wird.

Was halten Sie vom neuen Fachkräftezentrum in Regensburg, das die Kammern unter anderem bei der Fachkräfte-Gewinnung unterstützen soll?

Dazu kann ich sagen, dass wir in der Region Rosenheim seit eineinhalb Jahren ein eigenes, gut vernetztes Kompetenzzentrum zwischen Handwerk, IHK, Berufsschulen und Landkreis haben. Dort geht es um Fragen der Integration, um gegenseitigen Austausch, Ausbildung. Diese Zusammenarbeit funktioniert ausgesprochen gut. Ich bin nicht sicher, ob es noch mehr übergeordnete Stellen braucht, wenn vor Ort die Initiativen gut laufen. sen

Artikel 3 von 5