Rosenheim/Mühldorf/Altötting/Traunstein – Als wichtigste Einnahmequelle der Kommunen trägt die Gewerbesteuer maßgeblich zur Finanzierung der Gemeinden bei. Ob die Gewerbesteuer in die kommunale Kasse fließt, ist vom Ergebnis der zuvor in den Finanzämtern durchgeführten Besteuerungsverfahren abhängig.
Gewerbesteuer können die Gemeinden nur bei Gewerbesteuerpflichtigen mit einer Betriebsstätte vor Ort erheben, für die ein positiver Steuermessbetrag festgesetzt wird. Ein Gewerbebetrieb kann aber auch mehrere Betriebsstätten in verschiedenen Gemeinden unterhalten: Dann wird der Steuermessbetrag von den Finanzämtern auf die einzelnen Gemeinden zerlegt, die dann anteilig berechnet werden.
Wie viel gezahlt werden muss, entscheidet letztlich der jeweilige Hebesatz der Gemeinde, der seit 2004 mindestens 200 Prozent betragen muss.
Für die Kreisfreie Stadt Rosenheim meldet das Bayerische Landesamt für Statistik (neueste Zahlen: 2013) 4045 Betriebe, davon 1807 mit positivem Steuermessbetrag. Dieser lag den vorliegenden Zahlen nach zuletzt bei über 9,1 Millionen Euro. Das ist noch nicht der Betrag, der letztlich als Gewerbesteuer bezahlt wurde, denn hier fehlt noch der Hebesatz der jeweiligen Gemeinde, mit dem der Betrag multipliziert wird.
2238 Rosenheimer Betriebe zahlten 2013 keine Gewerbesteuer
Aus der Differenz der Zahl der Betriebe und derjenigen, für die Gewerbesteuer fällig wird, ergibt sich die Zahl der Unternehmen in der Stadt Rosenheim (2013: 2238), in deren Gewerbesteuerbescheid eine „0“ steht: Sie hatten zum Beispiel Verluste zu verzeichnen oder konnten einen Freibetrag ausschöpfen, der den Steuermessbetrag überschritt.
Drei Jahre zuvor hatte die Statistik für die Kreisfreie Stadt Rosenheim noch 3829 Betriebe ermittelt, davon 1670 Firmen mit einem Steuermessbetrag von 10,3 Millionen Euro – also 137 Betriebe mit positivem Steuermessbetrag weniger als 2013, deren Messbetrag aber um 1,2 Millionen Euro höher lag. Bei allen Kreisfreien Städten in Bayern ermittelten die Statistiker für 2013 205098 gewerbesteuerpflichtige Betriebe, davon 85867 mit positivem Steuermessbetrag, der bei 75,6 Millionen Euro gelegen hatte.
Für den Landkreis Rosenheim zählten die Statistiker im Jahr 2013 18411 Betriebe, von denen 7808 Gewerbesteuer zu zahlen hatten (Messbetrag: 28,4 Millionen Euro). Drei Jahre zuvor waren statistisch im Kreis Rosenheim 16232 Betriebe ermittelt; von ihnen 6840 Firmen mit einem Messbetrag von 24,8 Millionen Euro, mit denen die Gemeinden ihren Hebesatz multiplizieren konnten.
Im Landkreis Mühldorf hatten 3009 Betriebe von insgesamt 6428 Gewerbesteuer zu zahlen (Grundlage: 15,8 Millionen Euro). Für das benachbarte Altötting galt 2013: 2618 Betriebe mit positivem Steuermessbetrag von gezählten 5049 brachten den Gemeinden eine Grundlage von rund 14,5 Millionen Euro, um sie mit dem Hebesatz zu verrechnen.