Rosenheim – „Digitales Technologieunternehmen“ scheint auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Bezeichnung für eine Bank. Doch das Thema Digitalisierung ist mittlerweile das Steckenpferd der Commerzbank in Rosenheim, wie ein Blick auf die aktuelle Bilanz zeigt. „Im digitalen Angebot haben wir die Nase vorn“, freuen sich die Verantwortlichen der Commerzbank. Den Titel „Marktführer in Sachen Digitalisierung“ dauerhaft zu halten sei das große Ziel, wie Niederlassungsleiter Stefan Geib und Hansjörg Bürk, Leiter im Bereich der Firmenkunden, bei der Bilanzpressekonferenz im März hervorhoben. Bis 2020 wolle man rund 80 Prozent der Leistungen in digitaler Form anbieten. Derzeit seien 50 Prozent erreicht.
Generell könne die Bank laut Geib „trotz voraussichtlich noch länger anhaltender Niedrigzinspolitik“ ein Wachstum verzeichnen: Knapp 13000 Privat- und Unternehmerkunden betreuen die zwei Filialen in Rosenheim – 310 mehr als im Vorjahr. Digital Denken und Lenken im Wechsel mit persönlichem Kundenkontakt laute die Devise. Bei einem bundesweiten Beratungstest sei die Commerzbank als „beste Bank vor Ort für Privatkunden“ ausgezeichnet worden. Zudem stünden neuen Auszubildenden die Türen zur Berufsfindung in der Rosenheimer Commerzbank-Filiale jederzeit offen.
Rosenheim als wichtiger Standort
Das Kreditvolumen liege bei 119 Millionen Euro, das Depotvolumen bei 103 Millionen. Bedenken äußerte Geib in Bezug auf das Einlagevolumen: „88 Millionen sind enorm, vor allem in Bezug auf Inflation und Nullzins.“ Die Commerzbank versucht, ihren Kunden auch alternative Anlagemöglichkeiten vorzustellen, „was natürlich immer abhängig von der Risikobereitschaft des jeweiligen Kunden ist“, erklärte er. Rosenheim werde als wichtiger wirtschaftlicher Standort angesehen, mit dem man auch in Zukunft weiter wachsen wolle. Positive Aspekte über Stadt und Region konnte Bürk ergänzen: „Die Region um Rosenheim ist wirtschaftlich sehr stark. Wir betreuen 740 Kunden, das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von fünf Prozent.“ In Bezug auf Auslandsfinanzierungen konnte ein Wachstum von rund 197 Millionen festgestellt werden. Insbesondere exportorientierte Unternehmen aus dem Raum Rosenheim wurden bei ihren Liefergeschäften in 20 Länder von der Commerzbank begleitet. Das Kreditvolumen hingegen blieb auf einem stabilen Stand von 715 Millionen Euro. Spezielle Apps ergänzen das breite Spektrum: „Cash Radar“ beispielsweise, der Liquiditätsmanager für Unternehmerkunden, digitale Kontoeröffnungen oder das neu eingeführte Leasing sind nur ein paar der vielfältigen Digital-Angebote der Commerzbank. Ines Rossteuscher und Marina Birkhof