IHK-Schwerpunkt: Fläche

Obergrenze würde Wohnraum noch stärker verteuern

von Redaktion

Gewerbe: im Landkreis Rosenheim auf nur 0,8 Prozent Fläche

Rosenheim – Die aktuelle Debatte über Flächenfraß und das von Naturschützern erfolgreich betriebene Volksbegehren unter dem Titel „Betonflut eindämmen – damit Bayern Heimat bleibt“ sorgt bei der IHK für Besorgnis. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Rosenheim warnten IHK-Chefvolkswirt Dr. Robert Obermeier, Wolfgang Janhsen, Leiter der Rosenheimer IHK-Geschäftsstelle und Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, vor einer Deckelung beim Flächenverbrauch.

Die Region Rosenheim ist grün: Zu diesem Ergebnis kommt die IHK für München und Oberbayern nach Auswertung der offiziellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Demnach waren Ende 2016 im Landkreis Rosenheim 89 Prozent der Flächen Natur oder wurden landwirtschaftlich genutzt. In der Stadt betrug dieser Wert 59 Prozent. Für Andreas Bensegger steht damit fest, dass Wahrnehmung und Realität bei diesem Thema stark voneinander abweichen. Er fordert deshalb alle politischen Akteure und Parteien zu einer rationalen und ehrlichen Diskussion auf: „Wer die vermeintlich flächenverschwenderische Wirtschaft an den Pranger stellt und jegliche Entwicklung mit Versiegelung und Betonflut gleichsetzt, führt die Bürger bewusst in die Irre“. Dass die Unternehmen vielmehr sorgsam und effizient mit der Ressource Fläche umgehen würden und dies auch aus ökologischen sowie ökonomischen Gründen heraus, lasse die aktuelle Statistik des Bayerischen Landesamtes klar erkennen: Gewerbe und Industrie nehmen in der Stadt demnach 2,8 Prozent Fläche ein, Betriebsflächen nehmen 0,6 Prozent in Anspruch. Im Landkreis werden 0,6 Prozent Fläche gewerblich und industriell genutzt; auf 0,2 Prozent kommen Betriebe.

Sowohl Bensegger als auch Dr. Robert Obermeier sprachen sich klar gegen eine Flächen-Obergrenze aus. „Mit einer künstlichen Verknappung der Flächen wird Wohnraum zwangsläufig noch teurer“, waren sie sich einig. Ohne entsprechendes Wohnungsangebot in der Region werde es für die Unternehmen dann noch schwieriger, die dringend benötigten Fachkräfte zu bekommen.

Wohlstand und Attraktivität der Region seien keine Selbstläufer, sondern das Ergebnis guter Rahmenbedingungen. „Aus diesem Grund müssen Städte und Gemeinden auch in Zukunft flexibel auf die Wünsche und Anforderungen der lokalen Unternehmen eingehen“, so Bensegger. Die kommunale Planungshoheit dürfe nicht eingeschränkt werden. Die Kommunen forderte er zur besseren Zusammenarbeit auf und regte ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement mit einer aktiven, bedarfsorientierten und strategischen Steuerung der Nutzung an. wu

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