Schwindkirchen – Vor rund 200 Mitgliedern beim Neuwirt sprach der Vorstandsvorsitzende Josef Stöckl bei der Generalversammlung von der kleinsten, selbstständigen Bank im Umkreis, die jedoch die niedrigste Betriebskostenquote aufweisen kann. Bei der Eigenkapitalausstattung belegt das solide Geldinstitut sogar einen der ersten Plätze in ganz Bayern. Die mit dem Geschäftsbericht aufgezeigten Zahlen und positiven Entwicklungen bestätigten dies.
Die 7846 Kunden haben einschließlich Verbundanlagen 274 Millionen Euro angespart, was einer Steigerung von 6,3 Prozent entspricht. Die darin enthaltenen bilanziellen Kundenguthaben erhöhten sich auf 162 Millionen Euro.
Die ausgegebenen Kundenkredite wuchsen um 5,2 Prozent auf 151 Millionen Euro. Stöckl berichtete von einem durchschnittlichen Zins- und Provisionsertrag und weiterhin sehr günstigen Betriebskosten, die mit einer Quote von 1,42 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 1,66 Prozent liegen, was 2016 einen Kostenvorteil von einer halben Million Euro ausmachte.
Da das kleine Geldhaus 2017 wiederum keine Kreditausfälle verbuchen musste, errechnete sich eine sehr gute Ertragslage, die folglich zu hohen Steuerzahlungen in Höhe von 708 000 Euro führte. Davon profitieren die örtlichen Kommunen mit 318 000 Euro Gewerbesteuerzahlungen.
Sehr gute Ausstattung mit Eigenkapital
Über 16 000 Euro Spenden seien an örtliche Vereine und gemeinnützige Einrichtungen gegangen.
Für manche überraschend gab der Vorstandsvorsitzende bekannt, dass er im Oktober in die passive Phase der Altersteilzeit wechselt. Ab Herbst wird das bisherige Vorstandsmitglied Felix Lechner den Vorstandsvorsitz übernehmen. Zeitgleich rückt Prokurist Reinhold Lindner ins Vorstandsgremium auf. Stöckl zeigte sich überzeugt, dass beide mit der Belegschaft die örtliche Raiffeisenbank gut weiterführen werden.
Die vergangenen 25 Jahre waren für die Schwindkirchener, Schönbrunner und St. Wolfganger Raiffeisenkasse „sehr erfolgreich“, wie es hieß. In diesem Zeitabschnitt konnte das erwirtschaftete versteuerte Eigenkapital auf fast 15 Prozent der Bilanzsumme aufgebaut und aktuell ein CRR-Eigenmittelkoeffizient von 29 Prozent erreicht werden, sagte der Bankchef.
Diese überdurchschnittliche Eigenmittelausstattung sei eine wesentliche Grundlage dafür, die enorme Bürokratisierung und den europäischen Regulierungswahn auch als sehr kleine Bank in der Zukunft eigenständig bewältigen zu können, so der Vorstandsvorsitzende.
Felix Lechner erläuterte die Verteilung des Bilanzgewinns von 304 540 Euro. Nach der Ausschüttung einer fünfprozentigen Dividende von
91996 Euro fließen 12 544 Euro in die gesetzlichen Rücklagen und 200000 Euro in die anderen Ergebnisrücklagen, wobei bereits vorweg ein Betrag von 1,35 Millionen Euro diesen Vorsorgefonds zugewiesen worden seien. Lechner zeigte die positive Entwicklung des Warengeschäfts, das zusammen mit anderen Genossenschaftsbanken in einer eigenen Tochterfirma betrieben wird. Die Raiffeisen-Waren GmbH Erdinger Land konnte 2017 ein Umsatzvolumen von 91 Millionen Euro erreichen. re