Rosenheim – Was Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vergangene Woche für den gesamten Freistaat verkündet hat, gilt auch für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd: Die Kriminalität war 2017 rückläufig. Das wurde gestern bei einer Pressekonferenz zur Kriminalitätsstatistik deutlich. „Das südliche Oberbayern zählt nach wie vor zu den sichersten Regionen Deutschlands“, sagte Präsident Robert Kopp.
Das belegen die Zahlen: 213354 Straftaten im Jahr 2016 stehen nur noch 61853 in 2017 gegenüber. Das entspricht einer Abnahme von 71 Prozent. Dass der Rückgang so markant ausfällt, ist allerdings vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Polizei inzwischen deutlich weniger Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz im Kontext mit der Zuwanderung verzeichnet. Schlugen im Jahr 2016 noch 160808 solcher Fälle zu Buche, waren es im vergangenen Jahr nur noch 11947.
Auch die um ausländerrechtliche Straftaten bereinigte Statistik zeichnet ein positives Bild. 49906 Straftaten bedeuten den zweitbesten Wert der vergangenen zehn Jahre und einen Rückgang um gut fünf Prozent. Ihren Teil dazu beigetragen hat die Region. Spitzenreiter beim Rückgang der Kriminalität im Bereich Oberbayern Süd ist der Landkreis Mühldorf mit 13,6 Prozent, gefolgt vom Landkreis Rosenheim mit 12,1 Prozent. In der Stadt Rosenheim hat die Häufigkeit um 9,1 Prozent abgenommen, im Landkreis Traunstein um 2,8 Prozent – jeweils bereinigt um ausländerrechtliche Straftaten.
Das Gleiche gilt für die Aufklärungsquote. Die steigt im Bereich Oberbayern Süd seit dem Jahr 2015 kontinuierlich an. Von 64,1 auf 66,1 in 2016 und auf 66,9 Prozent im vergangenen Jahr. Der Höchstwert in den vergangenen zehn Jahren.
Drastisch gesunken ist im Zuständigkeitsbereich die Häufigkeitszahl – also die Anzahl von Straftaten, hochgerechnet auf 100000 Einwohner. Anhand dieser Kennziffer lassen sich unterschiedlich dicht besiedelte Gebiete in Sachen Kriminalität vergleichen. Das Präsidium kam im vergangenen Jahr auf 4874 Straftaten pro 100000 Einwohner. Zum Vergleich: 2016 lag diese Zahl bei 16919. Ursache für den Rückgang sind auch in diesem Bereich die deutlich verringerten Fallzahlen im Bereich des Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetzes.
Genauere Zahlen für die Stadt Rosenheim und die Region sind am kommenden Freitag zu erwarten. Dann findet am Landratsamt eine Pressekonferenz statt.