Opel-sanierung: neue verträge für händler

„Opel ist immer noch ein fairer Partner“

von Redaktion

Servicepartner in der Region sehen neuen Verträgen gelassen entgegen

Raubling/Mühldorf – Seit 2017 gehört die zuletzt verlustreiche Marke Opel zu PSA Peugeot-Citroën. Vor Kurzem gab Opel bekannt, die Zusammenarbeit mit seinen Händlern neu aufzustellen: Ende April wird der Autobauer bestehende Händlerverträge mit 1600 Partnern in ganz Europa mit einer Frist bis 2020 kündigen. In Deutschland sind davon fast 400 Händler betroffen.

Bahn frei für E-Autos und Nutzfahrzeuge

In den letzten Tagen war in Fachkreisen vermehrt die Rede davon, dass auf die Servicepartner Veränderungen zukommen, die PSA durchgesetzt hat. Die Betriebe müssen angeblich mit höheren Kosten im Neuwagenverkauf und im Service bei geringerer Marge rechnen. Es heißt, Opel werde von den Händlern für viele Leistungen zusätzliche Gebühren verlangen. Opels Deutschland-Chef Jürgen Keller hatte aber auch weniger Verwaltungsaufwand und mehr Freiheiten im Vertrieb angekündigt: Der Verkauf von Elektroautos und Nutzfahrzeugen soll erleichtert werden; bislang hatte es für diese Sparten separate Verträge gegeben.

Manfred Fritz, der in Raubling seit 28 Jahren ein Opel-Autohaus mit Werkstatt betreibt, sieht die neuen Pläne aus Rüsselsheim gelassen: „Wir sind früh über die Maßnahmen und die Neugestaltung der Verträge informiert worden“, erzählt er.

Sein Haus und die Händler der Region hätten nichts zu befürchten, ist er überzeugt: „Opel hat ein Interesse daran, seine Partner zu halten.“ Auch wenn die neuen Verträge wohl erst nach den Verhandlungsrunden in Rüsselsheim im Sommer auf dem Tisch liegen werden, ist er überzeugt: „Es wird meiner Meinung nach nicht schlechter für die Händler.“

Hoffen auf geringeren Verwaltungsaufwand

Die Möglichkeit, künftig ohne zweiten Vertrag auch Elektroautos verkaufen zu können, findet er gut. Für die Erhebung so mancher Extra-Gebühr meint er: „Es läuft jetzt unter PSA viel transparenter als vorher. Extragebühren gab es vor dem Wechsel auch schon, nur waren sie eher versteckt.“

Die Ansprechpartner für die Händler beim Hersteller seien nun besser und schneller erreichbar, die Strukturen überschaubarer. Er schätze sich glücklich, nicht bei einem anderen Autohersteller unter Vertrag zu sein: „Opel ist ein fairer Partner.“ In der Branche wisse man, wie rigoros manche anderen Hersteller mit ihren Händlern umgingen.

Keine Sorgen über die neuen Verträge macht sich auch Opel-Händler in dritter Generation, Gerald Polhammer, vom Autohaus Scheidl in Mühldorf: „Für uns ist es der fünfte neue Vertrag in 25 Jahren, wir sind da ganz gelassen.“ Er hofft allerdings, dass die Verwaltungsaufgaben in der Praxis auch wirklich schrumpfen: „Vor allem die Verkaufsprogramme verursachen einen enormen, teils überflüssigen Aufwand.“ Als neuntgrößter Opel-Händler in Deutschland erwarte er in der nächsten Zeit wenig Vorschriften: „Wir haben erst investiert und genießen die nächsten fünf Jahre Bestandsschutz.“ sen

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