Rudolf Kraft ist Produktentwickler bei der Schörghuber Spezialtüren KG in Ampfing. Diese ist führend in der Herstellung von Türen, unter anderem mit Brand-, Rauch- und Schallschutzfunktion.
Welche Art von Schutz können Spezialtüren heute bieten?
Brand- und Rauchschutztüren stehen bei uns an oberster Stelle. Sie können die Ausbreitung eines Feuers behindern oder sogar vermeiden. Wir fertigen auch einbruchhemmende Türen mit verschiedenen Widerstandsklassen für den vorbeugenden Einbruchschutz. Schallschutztüren kommen dort zum Einsatz, wo Lärmbelästigung reduziert werden soll. Für sensible Sicherheitsbereiche wie Banken, Polizeistationen oder Botschaften werden beschusshemmende Türlösungen angeboten. Strahlenschutztüren bieten Schutz beispielsweise vor Röntgenstrahlung im medizinischen Bereich.
Wer braucht eigentlich Spezialtüren?
Fast jeder Mensch in Deutschland – etwa eine Wohnungseingangstür mit Einbruchhemmung und Schallschutz oder in Krankenhäusern Strahlenschutztüren, die vor den Strahlen der Radiologie schützen. Menschen mit Behinderungen sind auf barrierefreie Türen angewiesen, die eine einfache Begehung ermöglichen. Brandschutztüren haben den höchsten Stellenwert. Dadurch, dass die Ausbreitung eines Feuers je nach Brandschutzklasse über einen gewissen Zeitraum behindert wird, hat die Feuerwehr Zeit, Menschen und Tiere in Sicherheit zu bringen.
Welche Anforderungen muss etwa eine Brandschutztüre erfüllen?
Generell ist der Einsatz von Brand- und Rauchschutztüren vom Gesetzgeber in den Bauordnungen der Bundesländer vorgeschrieben. Die Anforderungen an bauliche Anlagen, damit sind auch Türen gemeint, regelt zur Zeit noch die DIN 4102, wobei sie in Kürze durch neue europäische Normen abgelöst wird. Zum Einen muss der reine Schutz vor Feuer, also die Zeit, in der die Tür dem Feuer standhält, nachweislich gegeben sein. Zum anderen muss eine Dauerfunktionstauglichkeit nachgewiesen sein, das heißt, dass die Tür im normalen Gebrauch auch dauerhaft keine Schäden zeigt und einwandfrei funktioniert.
Sie entwickeln auch Spezialtüren nach individuellem Bedarf. Können Sie ein Beispiel geben?
Ein schönes Beispiel ist die Elbphilharmonie in Hamburg. Für dieses Gebäude haben wir zusammen mit einem Architekturbüro neue Brand-, Rauch- und Schallschutzelemente mit einer nahezu unsichtbaren, völlig in der Wand verschwindenden Stahlzarge entwickelt. Für die Sanierung von Teilen der Klosteranlage Raitenhaslach im Dekanat Burghausen wurden riesige Rauchschutzelemente entwickelt. Hier sind die Türen dreiseitig von Glas umgeben und werden nur durch diese hochfesten Glasscheiben gehalten. Interview: Elisabeth Sennhenn