Rott am Inn – Die MeisterWerke Schulte GmbH, ein führender Anbieter von Hartbodenbelägen aus Meiste im Sauerland, hat das Familienunternehmen Hain Natur-Böden aus Rott am Inn übernommen und ist nun 100-prozentiger Gesellschafter. Dies teilten beide Unternehmen gestern mit.
Was sie verbinde, sei die Tatsache, dass sie als Familienunternehmen unter anderem die gleichen Werte teilten. „Wir haben großen Respekt vor der unternehmerischen Leistung der Familie Hain,“ betonte Guido Schulte, Mehrheitsgesellschafter der MeisterWerke in dritter Generation. Susanne Hain, geschäftsführende Gesellschafterin der Hain Industrieprodukte Vertriebs GmbH, ebenfalls in dritter Generation, bestätigt: „Als traditionelles Familienunternehmen zu einem anderen starken Familienunternehmen der Branche zu gehören, sichert unsere Zukunftsoptionen, unsere Kompetenz und unser Selbstverständnis.“ Das sei die beste Art, der Verantwortung für Mitarbeiter, Standort und Marktpartnern gerecht zu werden. Ob Hain dieser Schritt leicht gefallen sei, lässt die Geschäftsführerin –diese Position wird sie auch nach der Übernahme durch MeisterWerke beibehalten – offen.
Von großem Markt- und Wettbewerbsdruck ist aber die Rede und von der Herausforderung, Holzböden als Premiumprodukt am Markt dauerhaft erfolgreich abzusetzen. Die Sauerländer dagegen ergänzten die Hain-Produktpalette nun gut, heißt es. Synergien in der Zusammenarbeit sieht man bei MeisterWerke, die auch Materialien wie PVC, Vinyl oder Teppich einsetzen, in erster Linie im Parkett-Bereich. Schulte: „Hain hat insbesondere durch seine integrierte Produktion eine unvergleichliche Kompetenz aufgebaut.
Standorte in Rott und der Slowakei bleiben
Das ist Erfolgsgarant für das Unternehmen selbst, kann aber auch für die MeisterWerke wertvollen Know-how-Transfer bringen.“ Zudem sehe man Optionen im gemeinsamen Bezug von Rohstoffen und der Deckschichtfertigung. Umgekehrt kann Hain von den umfangreichen Erfahrungen der MeisterWerke in der Digitalisierung von Prozessen und Märkten profitieren.
Der Markt werde sich in den kommenden Jahren sehr stark verändern, ist man sich einig. Die Digitalisierung, die Internationalisierung und die Ausrichtung auf neue Kundengruppen brauchten den Rückhalt in einer langjährigen Unternehmenskultur, kompetenten Mitarbeitern und tragfähigen Strukturen.
Beide Unternehmen werden weiter eigenständig geführt, die Standorte bleiben nach Auskunft von Hain erhalten. MeisterWerke wollen unter ihrer Erfolgsmarke „Meister“ als produzierender Vollsortimenter die eigene Position im Fachvertrieb weiter ausbauen. Das Unternehmen beschäftigt in Meiste 675 Mitarbeiter, liefert in 70 Länder der Welt. Am Markt ist der Betrieb seit 80 Jahren.
Hain Natur-Böden konzentriert sich weiter auf sein Erfolgs-Sortiment im Parkett. Als Manufaktur für naturbelassene Holzböden mit rund 100 Oberflächenvarianten bietet es vom eigenen Sägewerk bis zur fertigen Diele eine durchgängig nachhaltige Produktion. Hain beliefert bislang Kunden aus dem Wohn- und Objektbereich in ganz Europa. Die hochmoderne Produktion an den Standorten Rott am Inn und in der Slowakei soll unverändert bestehen bleiben.
An jedem Standort beschäftigt Hain je 100 Mitarbeiter. Ihre Arbeitsplätze sollen von der Übernahme nicht berührt werden. Susanne Hain betont, wie wichtig es sei, flexibel auf individuelle Marktanforderungen eingehen zu können, aber dennoch eine Kostante darzustellen: „Wir sind und bleiben für unsere Kunden und Lieferanten der zuverlässige Partner, als den man uns seit fast 30 Jahren kennt.“