Rosenheim – Nahezu 300 Tür- und Torexperten aus zehn Ländern folgten am 16. und 17. Mai dem Motto „Intelligente Türen und Tore – sicher, smart und simpel“, um sich im Kuko über die Marktchancen und Anforderungen mechatronischer Bauelemente, aber auch zum praktischen Umgang mit den neuen Normen bei Brandschutz, Innentüren und Toren zu informieren. Ein weiterer Schwerpunkt waren Insiderinformationen zu den wachsenden Baumärkten in der Golfregion und in Nordamerika. Auch die Einbruch- und Brandprüfungen im Brandschutzzentrum waren ein Highlight, denn die Prüfung live zu erleben und mit den ift-Experten zu diskutieren ist ein echter Mehrwert.
Spieltrieb wichtiger als Sicherheit?
Gleich zu Beginn präsentierte der Philosoph Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin (LMU München) mit dem Vortrag „Ethik der Digitalisierung“ anspruchsvolle geistige Kost. Als er aber von neuen Algorithmen berichtete, die auf Basis von zehn „Likes“ ein erstes Psychogramm eines Menschen ermöglichen, und spezielle Software mit 250 Likes einen Menschen besser kennt als der Ehepartner, wurde es ruhig im Saal. Jeder verstand nun die Dimension der gesellschaftlichen Veränderungen und dass hier stetig aber sicher eine „Disruption“ kommt.
Die Geschäftsführung und das Planungsteam des ift Rosenheim hatten diesen etwas ungewöhnlichen Vortrag für technische Experten bewusst gewählt, weil die Tür- und Torbranche zu den Vorreitern bei der Digitalisierung im Baubereich zählt. Denn auch die Nutzungsdaten von Türen, Garagentoren oder der Lüftung liefern eine Vielzahl persönlicher, ja sogar intimer Daten, die verantwortungsvoll behandelt werden müssen.
Anschließend zeigten die ift-Referenten Christian Kehrer und Ingo Leuschner, wie massiv die aktuellen Tür- und Tortrends bereits von den geänderten Kundenwünschen beeinflusst werden, sei es nun durch die Bedienung per App oder durch Lieferzeiten, die sich in Tagen und nicht Wochen messen. Es zeigt sich, dass die Visualisierung und der Spieltrieb manchmal wichtiger sind als Funktion und Sicherheit, sodass das Thema Smart Home immer stärker von den US-Internetriesen sowie den Medien- und Telekommunikationsfirmen dominiert wird. Weitere wichtige Themen sind barrierefreie Türschwellen, Einbruchhemmung sowie die Bewertung von Reklamationen der Oberflächen, die bei Bauprodukten nur schwer die Qualität von Möbeln oder Hausgeräten erreichen können.
Prof. Dr. Michael Krödel von der Hochschule Rosenheim appellierte an die Branche, die Chancen der neuen Technik aktiv zu nutzen. re