Mühldorf – „Wir sind total überrascht von der Nachricht“, sagt Sandro Borges, Betriebsratsvorsitzender bei Belimed in Mühldorf. 100 Stellen sollen dort voraussichtlich bis Ende 2018 wegfallen, weil der Schweizer Mutterkonzern, die Metall Zug Gruppe, die Ausgliederung des Segments „Life Science“ beschlossen hat („vorbehaltlich der Konsultationen mit dem Betriebsrat“). Dies gab das Unternehmen gestern bekannt.
Wie es weiter heißt, findet dies im Zusammenhang mit der Restrukturierung des Geschäftsfeldes statt, die schon seit einiger Zeit läuft (wir berichteten). Mit dem Segment war man zuletzt an drei Standorten in der Schweiz, in Slowenien und in Mühldorf aktiv gewesen. Belimed-Geschäftsführer Klaus Zwicker sprach gestern den OVB-Heimatzeitungen gegenüber von einem „komplexen Gebilde“, das sich aufgrund der verschiedenen Standorte im Lauf der Zeit geformt hätte. „Am Ende war das Segment in Mühldorf nicht mehr profitabel“, nennt er einen Grund für die nun anstehende Ausgliederung. Mehr wolle er im Moment nicht sagen: „Das Gespräch mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat geht vor. Wir wollen für sie einen sauberen, fairen Prozess.“
In den nun anstehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat werde eine sozialverträgliche Lösung angestrebt. Man sei zuversichtlich, dass die betroffenen Mitarbeiter in der näheren Umgebung neue berufliche Perspektiven fänden, so das Unternehmen gestern weiter.
Vom Abbau nicht betroffen seien die Aktivitäten von Belimed in den Segmenten „Medizinaltechnik“ und „Service“. In diesen beiden Bereichen arbeiten rund 170 Menschen am Standort Mühldorf. Für sie ändert sich in Zukunft trotzdem einiges, wie der Mitteilung zu entnehmen ist: „Die starke Marktstellung von Belimed im deutschen Markt soll im Gegenteil weiter ausgebaut werden. Mittelfristig ist vorgesehen, die Arbeitsplätze dieser Mitarbeitenden aus der heute firmeneigenen Liegenschaft in Mühldorf in gemietete Räumlichkeiten in Mühldorf oder der Umgebung zu verlegen.“ Die bestehende Industrieliegenschaft solle verkauft werden.
Belimed bedauert nach eigenen Angaben, dass „die wirtschaftlich notwendige Restrukturierung“ des Geschäftsbereiches „Life Science“ zum Stellenabbau in Mühldorf führen werde.